Musik von

Die Mayerin: Modern
und gleichzeitig uncool

Musik - Die Mayerin: Modern
und gleichzeitig uncool © Bild: Die Mayerin/Foto: Nina Saurugg

Mit ihrem Debütalbum "Sternschnuppn" hat sich Ulrike Mayer alias "Die Mayerin" einen großen Traum erfüllt. Nun gilt es für die studierte Psychologin, Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen.

Den Song "Zwischen Himmel und Erden" hat Ulrike Mayer ursprünglich für ihren Mann zur Hochzeit geschrieben. Als sie ihn vortrug, waren die Gäste begeistert. "Uli, bitte mach wieder was, was du da fabrizierst, gehört raus in die Welt", habe es damals geheißen, berichtet sie im Gespräch mit News.at. Und sie tat, wie geheißen. Nach einer längeren Pause - früher war sie als Frontfrau der "BandWG" erfolgreich - kehrte sie zurück ins Musikbusiness.

Vor wenigen Wochen ist die "Die Mayerin", wie sie sich nennt, auf Platz 4 der österreichischen Albumcharts eingestiegen. "Das hätte ich mir in keinster Weise erwartet, es war ein Wahnsinn, davon zu erfahren. Wir haben auf die Top 10 gehofft, aber Platz 4 ist gigantisch. Hammer, dass es so gut ankommt. Auch die Reaktionen sind ein Wahnsinn, das Feedback von den Hörern", kommt die 33-Jährige nicht aus dem Schwärmen heraus.

»Mein Leben ist nicht besonders starmäßig«

Der Erfolg wäre nicht möglich ohne die Unterstützung ihrer Familie und "ganz viel Organisation". Ihr Mann, der selbst nicht aus der Musikbranche kommt, steht aus vollstem Herzen hinter ihr, kümmert sich während ihrer Termine und Konzerte um die gemeinsamen Kinder Lia (5 1/2) und Finja (4). Auch die Großeltern sind eine große Hilfe. "Bevor ich zu einem Interviewtermin fahre, muss ich die Kinder in den Kindergarten bringen und die Küche putzen. Das ist nicht besonders starmäßig, aber das hält einen auch am Boden", meint die Sängerin.

Wirklich stressig sei es während der Promotion-Tour kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums gewesen, erinnert sich Ulrike Mayer. "Da war ich zwei Wochen lang nur zum Schlafen zuhause", verrät sie. Inzwischen sei es wieder etwas ruhiger geworden, es werde heuer aber noch zahlreiche Konzerte geben.

»Für Schlager ist es vielleicht zu modern und für Pop zu uncool«
© Die Mayerin/ Foto: Philip Kaiser

"Die Mayerin" bezeichnet ihre Musik als Dialektpop. "Für Schlager ist es vielleicht zu modern und für Pop zu uncool", meint die Sängerin, die ihre Texte selbst schreibt. "Meine Musik hat das Ursprüngliche vom Dialekt sowie poppige, eingängige Melodien. Die Texte sind frei aus dem Herzen raus", meint sie weiter. Ein Problem damit, in die Kategorie "Schlager" zu fallen, hat sie nicht. "Ich schreibe einfach über das Leben. Vielleicht ist es das, was es ein bisschen schlageresk macht", so die "Mayerin".

Hat sie musikalische Vorbilder? Nicht wirklich. "Ich kann nur so sein, wie ich bin", meint die bodenständige Zweifach-Mama. Geprägt wurde sie von Künstlern, die sie in ihrer Kindheit und Jugend gehört hat, dazu gehören Rainhard Fendrich, Eros Ramazzotti oder Silbermond. Generell gefallen ihr Künstler, "die echt sind. Bei denen man merkt, dass sie aus dem Herzen heraus singen. Wie zum Beispiel Gregor Meyle. Erdige, ehrliche, nicht aufgesetzte Leute".

»Ich spiele lieber vor Publikum, das wirklich zuhört, als in großen Hallen«
© Die Mayerin/ Foto: Philip Kaiser

Ulrike Mayer genießt ihren Erfolg, weiß damit aber auch umzugehen. "Ich glaube, jeder Künstler will gern in großen Hallen spielen, aber grundsätzlich ist es mir viel wichtiger, vor Publikum zu spielen, das wirklich zuhört. Ich spiele auch vor zehn Leuten, mir geht es wirklich um die Message dahinter", meint sie. Einen großen Traum hat die 33-Jährige jedoch: "Ich möchte unbedingt ein Konzert mit einem Streichorchester spielen. Das steht auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste."

Das Publikum bei den Konzerten der "Mayerin" ist bunt gemischt und jünger als man womöglich vermuten würde. Schlager und Dialektmusik werden jünger, die Songs anspruchsvoller, die Texte tiefgründiger, meint sie. "Ich schreibe keine Lückenfüllertexte. Es geht um die Aussage. Ich glaube, dass es etlichen Dialektpop-Kollegen ähnlich geht", so die die Sängerin.

»Es geht bei mir immer darum, den Leuten zu helfen«
© Die Mayerin/Foto: Philip Kaiser

Die Praxis der Psychologin Ulrike Mayer ruht momentan, für Notfälle nimmt sie sich allerdings immer noch Zeit. Was haben Musik und Psychologie gemeinsam? Für die Sängerin sehr viel. Sie würde in ihrer Praxis eigentlich nichts anderes machen als bei "Die Mayerin", meint sie. "Es geht bei mir immer darum, den Leuten zu helfen, zu sich zu kommen, in ihre Mitte zu kommen, ihr Potenzial zu leben. Das Feedback, dass ich zu meinem Album bekomme, ist, dass es sehr vielen Leuten hilft. In der Praxis mache ich dasselbe. Nur da singe ich den Leuten nichts vor, sondern habe andere Methoden", erklärt sie im Gespräch mit News.at.

"Es geht darum, dass die Leute draufkommen, dass sie es wert sind, ihr Potenzial zu leben. Ob sie sich meine neue Single 'Du hast alles in dir‘ anhören, in der es genau um das Thema geht, oder in die Praxis kommen und mit mir eine Stunde darüber reden, welche Visionen und Ziele sie im Leben haben und wie sie es schaffen, diese umzusetzen, ist quasi dasselbe. Beim einen hören sie das Lied, beim anderen kommen sie in die Praxis", bringt es Ulrike Mayer auf den Punkt.

Die aktuellen Konzerttermine finden sie auf der Homepage "Der Mayerin".