Multiple Sklerose von

Hoffnungsschimmer

Neuer Therapieansatz soll Immunsystem daran hindern, eigenes Nervensystem anzugreifen

Mann im Rollstuhl © Bild: Thinkstock/iStockphoto

US-Forscher tüfteln an einer neuen Therapie für Multiple-Sklerose-Patienten. Bei der Krankheit wird die schützende Myelinschicht rund um die Nervenzellen zerstört. Die Nerven haben in der Folge Schwierigkeiten, Nachrichten weiterzugeben. Bei dem neuen Ansatz soll der Körper daran gehindert werden, das eigene Nervensystem anzugreifen. Tatsächlich konnte das Immunsystem der Studienteilnehmer dazu gebracht werden, die Angriffe auf das Myelin zu unterlassen.

Verlieren die Nerven ihre Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren, führt das u.a. zu motorischen Schwierigkeiten, Gleichgewichtsproblemen und Sehstörungen. Es gibt Medikamente, die die Symptome lindern und den Krankheitsverlauf verlangsamen können. Heilen kann man MS allerdings bis heute nicht. Bei der Multiplen Sklerose zerstört das Immunsystem die Myelinschicht, weil es davon ausgeht, dass das Myelin ein Fremdkörper ist, gegen den es den Körper verteidigen muss.

Immunsystem soll umlernen

Das Team um Stephen Miller von der Feinberg School of Medicine hat ein Verfahren entwickelt, das dem Immunsystem ein Umlernen ermöglichen soll. Die Wissenschafter kombinierten weiße Blutkörperchen, also einen Teil des Immunsystems, mit Myelinfragmenten. Diese Kombination wurde dann den Patienten injiziert, um sicherzustellen, dass das Myelin vom Körper wieder angenommen wird. Laut den Forschern scheint dieses Verfahren sicher zu sein. Die aktuelle Studie mit neun Versuchspersonen war jedoch zu klein um festzustellen, ob die Teilnehmer durch diese Behandlung wirklich profitierten. Immerhin kam es aber zu einer Beruhigung des Immunsystems.

Immunsystem bleibt intakt

Laut Miller bleibt bei diesem Behandlungsansatz die normale Funktion des Immunsystems erhalten. Weitere Tests bei Patienten in frühen Stadien der Erkrankung sollen durchgeführt werden. "Wir wollen Patienten so früh wie möglich behandeln, bevor sie noch unter Lähmungserscheinungen durch die Schädigung des Myelinw leiden. Ist das Myelin erst einmal zerstört, ist es sehr schwer, den Schaden wieder rückgängig zu machen."

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