"Müssen uns den A*** aufreißen": Austria- Trainer Schinkels mit Kritik an seinem Team

Meister holte in zwei Spielen erst einen einzigen Punkt Wiener erzielten in 180 Minuten noch keinen Treffer

Als großer Herausforderer von Großeinkäufer Red Bull Salzburg ist Austria Magna in die Saison 2006/07 der T-Mobile Fußball-Bundesliga gegangen. Selbstvertrauen und Rückenwind durch den Meistertitel, Stamm der Mannschaft gehalten und Ruhe im Verein sollten die Basis für einen erfolgreichen Ankick sein. Doch im großen Schlager am kommenden Samstag im Horr-Stadion gegen die "Roten Bullen" steht die Austria nach einem Fehlstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen und fünf Zählern Rückstand auf Salzburg schon unter Druck.

Nach dem torlosen Remis gegen den GAK bezogen die Wiener am Samstag im Waldstadion gegen Superfund Pasching eine verdiente 0:2-Niederlage. Innerhalb von drei Tagen hat sich die Stimmung im violetten Lager gedreht. "Vor fünf, sechs Wochen sind wir am Rathausplatz gestanden, jetzt werfen die Leute wieder mit Steinen", sagte Frenkie Schinkels in Erinnerung an die Meisterfeiern im Mai.

Der Trainer nimmt nun seine Spieler in die Pflicht. "Die Mannschaft muss wieder Fußball spielen, das ist unser Job. Manchmal gibt es ein kleines Manderl im Kopf, das ist negativ. Und wenn das so ist, dann klappt nichts. Wir sind zu wenig aggressiv, erarbeiten uns zu wenig Chancen. Es ist an der Zeit, dass die Spieler wieder Hunger auf den Erfolg bekommen, sonst wird es eng. Bis jetzt haben wir den Start verschlafen", so der Trainer.

Volle Konzentration und voller Einsatz für die Mannschaft sind gefragt. Das, so Schinkels, würde er derzeit nicht bei jedem sehen. Die Gedanken würden bei manchem wo anders sein. "Wir haben zu viele Problematiken im Team, da geht es um Transfers, aber nicht um Fußball. Es wird zu viel geredet, aber nicht über den Gegner. Ich habe das Gefühl, dass der eine oder andere nicht alles gibt. Wir müssen uns jetzt wieder den berühmten A aufreißen", betonte er.

Dass nach 180 torlosen Minuten die große Titelrivale Salzburg schon um fünf Punkte enteilt ist und die Austria Gefahr läuft, nach den drei Juli-Runden mit acht Punkten Rückstand in den August zu gehen, ist vorerst nicht seine Hauptsorge. "Sicher hätte ich auch lieber sechs Punkte - aber ich habe intern mit der Mannschaft andere Sorgen."
(apa/red)