Müllchaos in Neapel stinkt zum Himmel:
EU-Kommission droht Italien mit Strafen

Fünf Verletzte bei Protesten gegen neue Mülldeponie Demonstranten bewarfen Polizisten mit Steinen

Müllchaos in Neapel stinkt zum Himmel:
EU-Kommission droht Italien mit Strafen © Bild: APA/EPA/Fusco

Bei erneuten Auseinandersetzungen wegen des Baus einer neuen Mülldeponie nahe Neapel sind in der Nacht fünf Polizisten leicht verletzt worden. Nach Angaben der Behörden im süditalienischen Terzigno bewarfen die Demonstranten, die gegen den Bau protestierten, die Ordnungskräfte mit Steinen und teils großen Feuerwerkskörpern.

Die Polizei setzte Tränengas gegen die Menge ein. Den Angaben zufolge dauerten die Auseinandersetzungen mehrere Stunden.

Seit Tagen ist der Zugang zu einer bereits bestehenden Deponie in Terzigno, rund 20 Kilometer südöstlich von Neapel, blockiert, sodass dort kein Müll mehr abgeladen werden kann. Die Anrainer wehren sich nun heftig gegen den Bau einer neuen Müllhalde. Die neue Anlage am Rande des Vesuv-Nationalparks soll mit einer Kapazität von drei Millionen Tonnen die größte Mülldeponie Europas werden. Die Deponien und Recyclinganlagen in der Region sind aber bereits chronisch überlastet.

EU droht mit Geldstrafen
Wegen des Müllchaos in Neapel droht die EU-Kommission der italienischen Regierung mit rechtlichen Schritten und Geldstrafen. "Ich bin beunruhigt über die Ereignisse in Kampanien", teilte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik am Samstag in Brüssel mit. "Die jetzige Situation ist sehr nahe dran an der Lage von 2007, als wir ein Verfahren gegen Italien wegen Verletzung der EU-Verträge eingeleitet haben."

(apa/red)