Fakten von

SPÖ-Abgeordneter Muchitsch
gibt Billig-Wohnung auf

Rechtlich sei Anmietung in Ordnung, aber er verstehe höhere Ansprüche an Politiker

Josef Muchitsch im Parlament © Bild: APA/Roland Schlager

Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Josef Muchitsch hat am Sonntag Verständnis für die Kritik der Öffentlichkeit an seiner billigen Wohnung gezeigt. Er werde den Mietvertrag "sofort kündigen", bestätigte Muchitsch gegenüber der APA undauf Facebook. "Ich gestehe einen Fehler ein", nun wolle er wieder "an meiner politischen Tätigkeit gemessen werden".

Grund der Aufregung war, dass Muchitsch in ein Haus der Sozialbau AG einziehen wollte, wobei er für die 37-Quadratmeter-Wohnung mit Balkon im 8. Wiener Gemeindebezirk unweit des Parlaments günstige 285,99 Euro inklusive Betriebskosten bezahlt hätte. Für Empörung in sozialen Netzwerken und bei der politischen Konkurrenz sorgte vor allem seine Rechtfertigung: "Ich habe eine Frau und drei Kinder. Ich bezahle sicher nicht tausend Euro für eine Wohnung."

"Zu Recht moralisch höhere Ansprüche"

Muchitsch betonte am Sonntag in einer schriftlichen Stellungnahme, dass "rechtlich keinerlei Gründe gegen die Anmietung sprechen". Aber an Politiker würden "zu Recht höhere moralische Ansprüche gestellt" und "es entspricht meinem Selbstverständnis von Politik, nichts zu beschönigen und keine Ausreden zu suchen". Bei den 37 Quadratmetern "als reine Schlafgelegenheit" in der Nähe seines Arbeitsortes zu einem Quadratmeterpreis von 7,73 Euro handle es sich nicht um eine Sozialwohnung, unterstrich Muchitsch, da für das ausfinanzierte Haus keine Einkommensgrenzen mehr gelten.

Ich habe Verständnis für Kritik und werde Mietvertrag kündigen Ich verstehe die Kritik der Öffentlichkeit an der...

Posted by Josef Muchitsch on Sunday, 21 June 2015

Er bedaure, dass er zum damaligen Zeitpunkt die Gelegenheit wahrgenommen habe, die günstige Wohnung anzumieten und werde sie kündigen. Er werde sich aber nicht mundtot machen lassen und weiterhin "unbeirrt gegen Lohn- und Sozialdumping, gegen Sozialbetrug und für ein neues, faires Bundesvergabegesetz kämpfen", erklärte Muchitsch. Abschließend ersuche er, die Auseinandersetzung mit ihm als Person zu führen und die Angriffe gegen seine Familie, vor allem in den sozialen Medien, einzustellen.

Kommentare

parteilos melden

Da wird einem ja übel... steht für eine sozial Partei und greift derart daneben....Die Rote Partei ist unglaubwürdig und mittlerweile nicht mehr wählbar. Das ist wohl nur die Spitze des Eisberges,darunter ist gibt es wahrscheinlich noch mehr zu entdecken.

giuseppeverdi melden

Richtig! Auch der "Aufdecker der Nation" vom "Gewissen der Nation" den Grünen, Peter Pilz bewohnt eine 60 m² Sozialwohnung. Er hat nicht aufgegeben. Das Schlimme ist, dass die Herrschaften immer erst Konsequenzen ziehen wenn man ihnen mit der moralischen Vorschlaghammer auf den Kopf drischt. Vorher wird zum eigenen Vorteil ohne schlechtes Gewissen geschoben und gemurkst, dass es nur so raucht!

Gerhard Berchtold

Sehr wahrscheinlich wird er eine größere Wohnung für weniger Miete bekommen!
Was sind das für Menschen die auch nur im entferntesten glauben dass ihnen solche Wohnungen auch noch zustehen??
Es ist eine Verhöhnung aller Normalverdienenden. Und solche Volksvertreter kriegen ihr Gehalt auch noch von uns bezahlt.
Lang dauert's nimmer bis die Schmerzgrenze erreicht ist

"rechtlich keinerlei Gründe"... Ja ist klar. Mit seinem monatlichen Gehalt von 8000 Euro hat er sie ganz legal bekommen. Wer soll das bitte glauben?! Rücktrittsreif ist er.

Schau, schau....öffentlich gemacht, gesteht er seinen Fehler auf einmal ein, der *feine* Herr Nationalratsabgeordnete.....
Ganz korrekt wäre es, wenn Herr Muchitsch die Differenz dessen, was er sich bisher bei der Billigwohnung erspart hat, einer karitativen Einrichtung spenden würde !....

drowhunter melden

und Strache sitzt im Sessel und lacht.. die Großen demontieren sich selbst... stetig.. unaufhaltsam...

Nudlsupp melden

wie wahr.... wie wahr drowhunter.... HC muß bald gar nichts mehr machen, nur noch das Theater aus der ersten Reihe fußfrei betrachten. Rot und Schwarz mutieren zu seinen wichtigsten Wahlhelfern.

higgs70
higgs70 melden

Wohl wahr. Vielleicht fände sich doch ein Weg Strache die Wähler wenigstens zu verkaufen und nicht gratis zuzutreiben (Ironie off)
Von Gusenbauer,der gerade verkündet,dass turbokapitalistisches Handeln besser sei wenn mans mit sozialdemokratischer Gesinnung tut (eine Art Sandkistenspagat der Logik),bis hin zu dem da oben, der in tiefer Solidarität mit sich selbst die Extrawurst als wohlerworbenes Recht betrachtet, bieten die Sozialdemokraten mittlerweile einen recht traurigen Anblick.
Es gab mal Zeiten wo die Roten schwere Diskussionsgegner waren, weils halt für was standen und mit einigen Befunden auch recht hatten. Ist jetzt Vergangenheit. Und dass den Schwarzen von den Wertkonservativen bis zu den echt Liberalen auch alles abhanden gekommen ist, was intellektuell selber krabbeln konnte sollte nicht trösten, denn auch wenn man gemeinsam absäuft ist man weg.

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