Moussaoui in allen Punkten schuldig: Nach Vorentscheidung der Jury droht Todesstrafe!

Vor endgültigem Urteil: Neue Zeugenaussagen

Dem in den USA wegen seiner Rolle bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 vor Gericht stehenden Franzose Zacarias Moussaoui droht laut einer Vorentscheidung der Geschworenen die Hinrichtung. Die Jury verkündete am Montag in Alexandria bei Washington ihren Beschluss, wonach der 37-Jährige grundsätzlich für die Todesstrafe in Frage kommt. Nach einer zweiten Prozessphase, die in den nächsten Tagen beginnen soll, wird sie dann zu entscheiden haben, ob der Franzose tatsächlich zum Tode oder nur zu lebenslanger Haft verurteilt wird.

Die neun Männer und drei Frauen der Jury kamen zu dem Schluss, dass Moussaoui mit den Attentätern des 11. September 2001 verbündet gewesen sei. Er sei insofern auch für die Anschläge von 9/11 "direkt" mitverantwortlich, da er nach seiner Festnahme im August 2001 das Komplott verschwiegen und die US-Ermittlungsbeamten belogen habe. Durch sein Schweigen habe er es seinen Komplizen ermöglicht, mit der Operation voranzugehen, folgerten die Geschworenen. Er sei zudem für mindestens einen der über 3.000 Toten jenes Tages schuldig.

Moussaoui hatte selbst bereits vor Beginn des Prozesses gestanden, in das Komplott eingeweiht gewesen zu sein, weshalb es in dem Verfahren auch nicht mehr um die grundsätzliche Klärung der Schuldfrage, sondern nur noch um die Härte der Strafe geht.

Zweiten Prozessphase steht noch aus
In der zweiten Prozessphase soll nun geklärt werden, ob es verschärfende Umstände gibt, die die Todesstrafe für Moussaoui rechtfertigen. Dazu gehören etwa die Auswirkungen der Anschläge auf das Leben der Hinterbliebenen. Auf der anderen Seite sollen auch mögliche mildernde Umstände geprüft werden, wie etwa die schwierige Kindheit des Franzosen oder die Frage seiner mentalen Zurechnungsfähigkeit.

In dem bisher einzigen US-Prozess zum 11. September 2001 ist allerdings weiter ungeklärt, ob Moussaoui selbst ursprünglich für diese Anschläge eingeplant war oder nicht. Er selbst hatte zwar vor wenigen Tagen ausgesagt, dass er am selben Tag wie die 9/11-Attentäter ein Flugzeug in das Weiße Haus lenken sollte. Noch vor dem Prozess hatte er hingegen gesagt, dass er den Angriff auf den Amtssitz des US-Präsidenten nicht zeitgleich mit den 9/11-Attentätern, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt ausführen sollte.

Moussaoui war einen Monat vor dem 11. September 2001m festgenommen worden, weil er an einer Pilotenschule in den USA als verdächtig aufgefallen war. Der Franzose marokkanischer Abstallung saß am Tag der Anschläge bereits in Untersuchungshaft.
(apa)