Mourinho und Chelsea erneut vor Scheitern
in CL: Portugiese nimmt's mit Galgenhumor

Bei Aus scheint Entlassung Mourinhos fixe Sache ManU-Stürmer Rooney mit 1. CL-Tor seit ca. 3 Jahren

Während seine Spieler den Traum vom Champions-League-Sieg mit Chelsea noch lange nicht aufgegeben haben, flüchtet sich der schon vor dem 1:1 im Viertelfinal-Heimspiel gegen Valencia unter Druck geratene Trainer Jose Mourinho in Galgenhumor: "Wenn wir uns nicht für das Halbfinale qualifizieren, gehe ich mit meinen Kindern zum Catchen."

Ein erneutes vorzeitiges Aus des englischen Meisters in Europas Fußball-Königsklasse hätte für das künftige Familienprogramm des Portugiesen wohl weiter reichende Konsequenzen. Die Entlassung Mourinhos an der Stamford Bridge gilt für diesen Fall als ausgemachte Sache. Zum dritten Mal in Serie droht das Londoner Starensemble seine hochgesteckten europäischen Ziele unter Mourinho zu verfehlen.

Der deutsche Teamkapitän und Chelsea-Legionär Michael Ballack wollte von Katerstimmung beim Nobelklub aber nichts wissen. "Die Ausgangslage ist sicher nicht gut, aber wir bleiben optimistisch. Wir können es noch schaffen. Wir können auch auswärts gewinnen." Gegen die taktisch clever agierenden Spanier fand Chelsea trotz hoher individueller Klasse vor eigenem Publikum kein geeignetes Mittel. "Das Resultat ist korrekt. Es war kein fantastisches Spiel", gestand auch Mourinho.

Ausgleichstor als Hoffnungsschimmer
Mit Unmut dürfte Klubeigner Roman Abramowitsch registriert haben, dass sich seine dreistelligen Millioneninvestitionen auf europäischer Ebene einfach nicht auszahlen. Zum Hoffnungsschimmer für die "Blues" wurde das Ausgleichstor durch Didier Drogba - der 30. Saisontreffer des Stürmers von der Elfenbeinküste. Diese Marke hatte bei Chelsea zuletzt Kerry Dixon vor 22 Jahren erreicht.

Auch Mourinho fand nach der ersten Ernüchterung zu seiner bekannten Strategie der verbalen Nadelstiche zurück. "Vielleicht denkt jeder, die wären im Vorteil. Aber ich würde mich an deren Stelle nicht sicher fühlen."

Auch ManU muss sich steigern
Auch Chelseas Liga-Rivale Manchester United muss sich nach dem 1:2 bei der AS Roma im Rückspiel im heimischen Old Trafford deutlich steigern - präsentierte sich zunächst aber als schlechter Verlierer. Trainer Alex Ferguson suchte nach der dürftigen Leistung seines Teams in einem von Fan-Ausschreitungen überschatteten Spiel die Ursache für die Niederlage beim deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel. "Wenn man berücksichtigt, dass wir mit zehn Mann meistens gegen zwölf Mann gespielt haben, war es ein gutes Resultat", sagte Ferguson. Fandel lag bei der Roten Karte gegen Manchesters Paul Scholes allerdings richtig.

Schlechte Erinnerungen an den Schiri
Offenbar hat Ferguson schlechte Erinnerungen an Fandel, der 2004 und 2005 Schiedsrichter beim jeweiligen Champions-League-Aus der "Red Devils" gewesen war. Einziger Grund zur Freude für Ferguson war der Treffer von Wayne Rooney. Der zuletzt für seine schlechten internationalen Auftritte gescholtene Jungstar erzielte sein erstes Champions-League-Tor seit fast drei Jahren und seinen ersten Treffer außerhalb Englands seit der EM 2004.

Trotz der Roma-Tore durch Rodrigo Taddei und Mirko Vucinic hat Manchester somit gute Chancen, erstmals seit 2002 wieder ins Halbfinale - mit einem möglichen Duell gegen den FC Bayern München - einzuziehen.

(apa/red)