Mountainbiker rechnen sich Chancen aus:
Cross-Country-Bewerbe als Medaillenchance

Elisabeth Osl und Christoph Soukup sind am Start Soukup von Konkurrenz als Geheimtipp gehandelt

Mountainbiker rechnen sich Chancen aus:
Cross-Country-Bewerbe als Medaillenchance © Bild: Feature/APA/Schlager

Die beiden Mountainbike-Staatsmeister Elisabeth Osl (Samstag/4.00 MESZ) und Christoph Soukup (Samstag/9.00 MESZ) sind die beiden letzten ÖOC-Athleten, die bei Olympia in Peking neu in ihre Bewerbe starten. Auf dem anspruchsvollen Kurs im Laoshan Cycling Complex traut man den Beiden im Cross-Country-Bewerb Top-Ten-Platzierungen zu. Der Niederösterreicher Soukup wurde im Vorfeld von der Konkurrenz sogar mehrmals als "Geheimtipp" bezeichnet.

Platz sechs bei der WM und Rang fünf bei der EM haben den 27-jährigen Betriebselektriker aus Hernstein im Bezirk Baden tatsächlich zu einem "Dark Horse" dieser seit 1996 (Atlanta) olympischen Disziplin gemacht. "Man bringt mir Respekt entgegen und ich gehöre sicher zu dem Kreis, die in die Top-Ten fahren können", freute sich Soukup über die Anerkennung. Ebenso begeistert war er über die unmittelbare Rennvorbereitung. "Höchst professionell. Wir haben sogar Videoanalysen gemacht."

Auf dem 4,5 Kilometer langen Rundkurs in der bewaldeten Pekinger Parkanlage Laoshan sind an die 1.800 Höhenmeter zu absolvieren, was Osl und Soukup entgegenkommt. Vor allem für das Tiroler Leichtgewicht Osl ist die obwohl in der Stadt liegend technisch und konditionell anspruchsvolle Strecke maßgeschneidert.

"Wie geschaffen für die Lisi", traut ÖRV-Trainer Kurt Exenberger auch der 22-jährigen, in Kitzbühel geborenen Kirchbergerin, die wie Soukup dank ihrer Weltranglistenplatzierung aus der ersten Reihe startet, viel zu. "Der Kurs wird schnell ziemlich eng, also ist eine gute Startposition enorm wichtig", so Exenberger. Eine Medaille wäre eine Riesen-Sensation, noch kein Österreicher hat jemals einen Podestplatz geholt.

Im Training haben beide ÖOC-Starter den Kurs genau studiert und die optimalen Linien gesucht. Wichtig wird vor allem die richtige Reifenwahl, denn die vielen und scharfen Steine sorgten schon im ersten Training für zwei "Plattfüße". Passiert so etwas im Rennen, hilft nur noch Füllschaum oder der Fußmarsch in die nächste Servicezone, wo bis auf den Rahmen alles gewechselt werden darf.

Ein ähnlicher Vorfall hatte Soukup zuletzt beim Weltcup in Kanada fast den Olympiastart gekostet. Beim Nachfüllen nach einem Reifendefekt explodierte die Patrone und traf den Familienvater aus Niederösterreich mitten im Gesicht. Glücklicherweise "nur" an der Wange. Osl wiederum fabrizierte beim Training in Deutschland einen so heftigen Sturz, dass man auch um sie kurzfristig bangen musste. Aber die "Wilde Henne" aus Tirol ließ sich davon nicht beeindrucken und sorgte gleich darauf wieder für Weltcup-Spitzenplatzierungen.

Aber Olympia wird ein ganz eigenes Rennen. "Wegen der vielen Anstiege und steilen Abfahrten gibt es praktisch kein Windschattenfahren. Jeder wird sein eigenes Rennen fahren müssen", ist Soukup überzeugt. Der Franzose Julien Absalon und der Schweizer Christoph Sauser sind die Favorits, "aber viele Fahrer haben sich lange nicht blicken lassen", warnte Soukup. Bei den Frauen ist das Feld offener. Die Norwegerin Gunn-Rita Dahle Flesja, wie Absalon vor vier Jahren in Athen Goldgewinnerin, ist aber als Erste zu nennen.

Wie viele Runden in den beiden Bewerben zu fahren sind, wird erst am Tag vor dem Rennen festgelegt. Bei den Herren werden es vermutlich acht bis neun, bei den Frauen sechs oder sieben sein.
(apa/red)