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Sensationell: Matthias Walkner
mit Etappensieg bei Rallye Dakar

Debütant sorgt für ersten österreichischen Sieg seit 15 Jahren - Kinigadner stolz

Matthias Walkner bei Dakar © Bild: Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Debütant Matthias Walkner hat am Dienstag bei der Rallye Dakar für eine Sensation gesorgt. Der 28-jährige Salzburger gewann auf seiner KTM die dritte Etappe des Traditionsrennens von San Juan nach Chilecito. Walkner distanzierte auf den 220 Wertungskilometern in Argentinien den zweitplatzierten spanischen Titelverteidiger und Vierfach-Sieger Marc Coma (KTM) um 40 Sekunden.

Es war der erste Etappensieg eines Österreichers bei der Dakar seit 15 Jahren, als Heinz Kinigadner im Jahr 2000 eine Motorrad-Etappe gewonnen hat. Matthias Walkner verbesserte sich damit in der Gesamtwertung auf Rang drei. Der ehemalige Motocross-Weltmeister der Klasse MX3 liegt nun 10:33 Minuten hinter dem spanischen Honda-Fahrer Juan Barreda und 5:00 Minuten hinter dem Portugiesen Paolo Goncalves (Honda). Coma folgt mit 17 Sekunden Rückstand auf seinen Trainingspartner Walkner auf Rang vier.

"Ich habe gemerkt, dass ich schnell war"

"Schon extrem geil, dass ich die Etappe gewonnen habe. Ich habe schon gemerkt, dass ich schnell war und wenn alles passt, hätte ich mit einem Top 3 Platz gerechnet, aber gewinnen? Es hat heute einfach alles zusammengepasst", freute sich Walkner über seinen Erfolg, nachdem er sich schon auf den ersten zwei Etappen mit den Rängen sieben und sechs im Vorderfeld klassiert hatte.

Walkner bei Dakar
© Dean Mouhtaropoulos/Getty Images Matthias Walkner strahlt in Südamerika

Der Kuchler berichtete von einer zunächst leichten, danach aber schwierigen Etappe, die die Fahrer auf fast 3.500 Höhenmeter geführt hat. "Ich hatte richtig viel Spaß und war in einem guten Flow. Ab Kilometer 150 wurde es dann schwieriger. Wir mussten durch ein Flussbett mit vielen Kugelsteinen und Löchern. Es war sehr schwer eine gute und sichere Spur zu finden. Einmal bin ich kurz umgefallen, dabei ist der Gasgriff kurz hängen geblieben. Ab Kilometer 180 hab ich begonnen, Fehler zu machen und ab 200 hab ich mich dann ein wenig zurückgenommen und es lief wieder besser", lautete seine Analyse.

Harte Strapazen

Die Strapazen machen sich aber schon ein bisschen bemerkbar. "Körperlich geht es mir gut, aber ich merke schon, dass es härter wird und ich im Kopf müde werde", sagte Walkner. "Es hat in der Nacht plus 33 Grad und unter Tags über 40, ich schlafe maximal vier bis fünf Stunden und der Schlafentzug ist schon zäh. Aber mir ist bewusst, dass es noch härter wird. Morgen geht es wieder um 4:30 los - ich freu mich drauf", erklärte der 28-Jährige vor dem Abschnitt von Chilecito nach La Rioja.

Bei den Autos (284 km) holten sich die argentinischen Lokalmatadore Orlando Terranova/Bernado Graue im BMW Mini den Tagessieg vor Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (RSA/GER) im Toyota. Der gesamtführende Nasser Al-Attiyah aus Katar büßte mit Beifahrer Matthieu Baumel als Tagesfünfter wertvolle Zeit ein. Al-Attiyah/Baumel führen nun mit 5:18 Minuten Vorsprung auf De Villiers/Von Zitzewitz und 18:05 vor Terranova/Graue. Auf Rang vier folgt der ehemalige Rallye-Weltmeister und Dakar-Gewinner Carlos Sainz im Wagen von Rückkehrer Peugeot (+19:32 Minuten).

Heinz Kinigadner lobt Matthias Walkner

KTM-Motorsportdirektor Heinz Kinigadner, Mentor von Walkner und bis Dienstag letzter österreichischer Etappensieger bei der Dakar, freute sich für seinen Schützling. "Mit dem Ergebnis ist Matthias jetzt endgültig an der Spitze der internationalen Rallye-Szene angekommen. Er macht seinen Job wirklich extrem gut und ist vom Tempo noch relativ kontrolliert unterwegs", erklärte Kinigadner.

Der Etappensieg kam für den zweifachen Motocross-Weltmeister nicht ganz überraschend, der Zeitpunkt so früh im Rennen aber schon. "Ich habe mir schon gedacht, dass er, wenn alles passt, in der zweiten Woche mal um einen Etappensieg mitfahren wird können, dass es dann aber so schnell geht, mit dem habe auch ich nicht gerechnet", sagte Kinigadner.

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