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Formel-1-GP in Barcelona
als Rennen der Wahrheit

Erster Europa-Grand-Prix der Saison wird richtungsweisend - Red Bull gefordert

Start des Formel-1-Rennens in Barcelona © Bild: GEPA pictures/ XPB Images/ Photo4

Es ist ein Wegweiser für den Rest der Saison. Kann Mercedes seine Dominanz auch am Wochenende beim Europa-Auftakt der Formel 1 in Spanien bewahren, werden die Silberpfeile in der WM nur sehr schwer zu schlagen sein. Traditionell bringen die Teams ihre größten Update-Pakete des Jahres zum ersten Europarennen. Die Hackordnung der Königsklasse könnte sich also ein wenig ändern.

"Barcelona wird wahnsinnig wichtig, es ist ein Schlüsselrennen", brachte es etwa Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda auf den Punkt. "Wer dort gut ist, wird auch in den nächsten drei, vier Rennen gut sein." Dann wäre die WM inklusive des Grand Prix von Österreich (22. Juni) bereits fast bei ihrer Halbzeit angelangt. Sollte ein Team auch in Katalonien hinterherhinken, sind dessen Titelchancen äußerst gering.

Grafik zum Formel-1-GP von Spanien
© APA/Lisa Partaj

Für Red Bull ist es daher beinahe schon so etwas wie ein Rennen der Wahrheit. Der Titelverteidiger wollte die drei Wochen seit dem jüngsten WM-Lauf in China nutzen, um die Lücke zu Mercedes zu schließen. Eine verbesserte Software soll den Renault-Motor konkurrenzfähig machen. Dazu ist die Aerodynamik auf dem Circuit de Catalunya wichtiger als auf anderen Kursen. Das gibt auch Teams ohne überlegenen Mercedes-Antrieb eine Chance.

Aerodynamik in Montmelo entscheidend

© Video: Mercedes AMG Petronas

"Die langen, schnellen Kurven in Montmelo bedeuten, dass die Strecke einem Auto mit hocheffizienter Aerodynamik entgegenkommt", erklärte Weltmeister Sebastian Vettel. In den vergangenen Jahren war der Red Bull stets ein solches. 2014 aber ist vieles anders: Vettel ist nach vier Rennen der Turboära nur WM-Fünfter, dazu scheint sein Teamkollege Daniel Ricciardo mit den neuen Gegebenheiten besser zurechtzukommen als er. Der Australier landete im Qualifying bisher dreimal vor Vettel.

Seinen neuen Teamkollegen im Griff hat dagegen Fernando Alonso - auch wenn dieser mit Kimi Räikkönen ebenfalls ein Ex-Weltmeister ist. Ferrari hofft, den zuletzt in China gezeigten Aufwärtstrend fortzusetzen. Alonso hat sein Heimrennen in Barcelona im Vorjahr gewonnen und ist auch in der WM der erste Verfolger des Mercedes-Duos Nico Rosberg und Lewis Hamilton - wenn auch bereits mit 38 bzw. 34 Zählern Rückstand.

Formel-1-Fans mit Alonso-Plakat in Barcelona
© GEPA pictures/ XPB Images/ Moy Bei den Fans hat Fernando Alonso die Nase vorne

Mercedes will nächsten Schritt machen

Hamilton hat seinen vierten Sieg in Folge im Visier, in Katalonien hat er aber noch nie gewonnen. "Ich habe gerade einen Lauf und hoffe, dass es in diesem Jahr klappen wird", sagte der Engländer. Die Siegesserie des Teamkollegen habe WM-Leader Rosberg, zuletzt dreimal Zweiter, bisher nicht zugesetzt, versicherte Lauda. "Beide sind sehr gut drauf und wissen, was zu tun ist."

Mercedes will in Spanien den nächsten Schritt zum WM-Titel machen, den Lauda bereits mehrfach als persönliches Ziel ausgegeben hat. "Barcelona ist ein wichtiger Maßstab, sogar noch wichtiger als sonst, weil heuer Motor und Auto weiterentwickelt werden", erinnerte Österreichs dreifacher Weltmeister. "Wenn wir dort auch bestehen, sieht es sehr, sehr gut aus." Schlüssel zum Sieg dürfte der Reifenverschleiß sein. Von zumindest drei Boxenstopps ist auszugehen. Hersteller Pirelli hofft, dass es nicht mehr sind.

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