Motor von

Britisch, steirisch, dynamisch

Motor - Britisch, steirisch, dynamisch © Bild: Jaguar Land Rover

Der I-Pace ist der erste elektrische Jaguar. Er wird bei Magna gebaut, leistet 400 PS und soll bis zu 480 Kilometer weit kommen

Der Ampelstart des kleinen roten Jaguar nimmt seinem Piloten beinahe die Luft zum Atmen und den anderen Autofahrern die Lust auf jegliches Kräftemessen. Dass die britische Traditionsmarke leistungsstarke Aggregate für ihre diversen Baureihen zu fertigen versteht, ist ja kein Novum. Neu ist hingegen, dass ausgerechnet Jaguar ein Elektroauto baut. Und was für eines!

Der I-Pace, in England erdacht und in Graz bei Magna gemacht, ist jedoch kein Sportwagen, sondern ein SUV. Genauer gesagt, ein SUV-Coupé. Denn er kommt auf 4,7 Meter Länge so herrlich geduckt daher mit seiner runden Heckscheibe, wie das eben nur flache Sportflitzer tun. Und mit denen kann es die elektrifizierte Katze locker aufnehmen.

Für den eingangs erwähnten Sprung auf Tempo 100 braucht das immerhin 2,2 Tonnen schwere E-Bröckerl gerade 4,8 Sekunden.

© Jaguar Land Rover

Dafür sind gleich zwei Elektromotoren zuständig (einer an der Vorder-, der andere an der Hinterachse), die zusammen 400 PS leisten und unabhängig voneinander arbeiten, jedoch von einer intelligenten Steuerung koordiniert werden. So gibt es selbst beim hemmungslosen Beschleunigen keine durchdrehenden Räder - was bei 696 Newtonmeter Drehmoment vom Start weg natürlich unbezahlbar wertvoll ist.

So flott wie der I-Pace losstürmt, so gut verzögert er auch. Und dafür braucht man nicht einmal aufs Bremspedal zu steigen. Die (vom Fahrer einstellbare) zweistufige Rekuperation (Energierückgewinnung) macht es möglich, dass man in Stufe zwei durch geschicktes und rechtzeitiges Gaslupfen überhaupt nicht mehr bremsen muss. Uns ist das bei ersten Testfahrten in Portugal sehr gut gelungen. Da zeigte sich zudem, dass der I-Pace auch im Fond viel Platz bietet und in Kurven und Kreisverkehren Kampflinie erlaubt, ohne dass die Richtungsstabilität nachgelassen hätte. Und auch im leichteren Gelände bewies der I-Pace, dass er fast so gut wie die namensgebende Wildkatze klettert.

© Jaguar Land Rover

Was wir auf unserer zweimal je rund 180 Kilometer langen Testfahrt nicht feststellen konnten, ist, ob die von Jaguar angegebene Reichweite (nach WLTP-Norm) von bis zu 480 Kilometern realistisch ist. Angst, mit leerer Batterie liegenzubleiben, braucht man jedenfalls keine zu haben. Man kann sich nämlich mit der Navigation an Wegpunkten die zu erwartende Reichweite anzeigen lassen. Steht dann keine Schnellladestation zur Verfügung, die innerhalb von 40 Minuten die 90-kWh-Litium-Ionen-Batterie zu 80 Prozent lädt, braucht man Geduld. An einer gewöhnlichen Steckdose dauert es nämlich zehn Stunden.

Daten

Jaguar I-Pace

Preis: ab € 78.380,-
Motor: 2 Permanent-Synchronmaschinen
Leistung: 400 PS (294 kW)
Spitze: 200 km/h
0-100: 4,8 Sek.
Reichweite: bis 480 km
Ladezeit: 40 Min./10 Stunden
Fazit: Coole Form, viel Platz und Sportflitzer und SUV in einem: So toll wie in diesem Jaguar war elektrisch fahren noch nie