Vor dem Boom von

Als Grunge noch keinen Namen hatte

Releases von Prä-Pearl-Jam-Formationen Mother Love Bone und Temple of the Dog

cornell mccready © Bild: 2013 Getty Images/Winter

Pearl Jam gehören zu den wenigen Bands, die den Grunge-Boom überlebt haben und noch heute relevante Musik machen. Unmittelbar verbunden mit den Rockern aus Seattle sind die Formationen Mother Love Bone und Temple Of The Dog, die Anfang der 90er-Jahre noch vor dem Hype um den Musikstil zwei Genreklassiker veröffentlichten. Diese wurden nun - zum Teil in üppiger Aufmachung - wieder veröffentlicht.

Stone Gossard und Jeff Ament, später Gitarrist und Bassist von Pearl Jam, haben Mitte der 80er-Jahre in der Band Lords Of The Wasteland gewerkt. Nach einer Umbesetzung wurde die Hardrock-Band um den ebenso charismatischen wie begabten Sänger und Songtexter Andy Wood in Mother Love Bone umbenannt. Man brachte eine EP ("Apple") heraus, tourte und erspielte sich einen guten Ruf.

Das Debütalbum "Shine" war im März 1990 fertig eingespielt, dem großen Durchbruch der Band stand allerdings die Heroinsucht Woods im Weg. Trotz Drogenentzugs während der Plattenaufnahme setzte sich der Frontman im März eine Überdosis, das starke Album erschien posthum, die Band löste sich auf, Gossard und Ament gründeten eine neue Gruppe mit Eddie Vedder als Sänger - Pearl Jam sollten auf dem Fundament von Mother Love Bone zu einem der größten Acts der Grunge-Ära werden.

Getroffen von Woods Tod war auch Chris Cornell, damals wie heute (wieder) Sänger von Soundgarden, ein enger Freund und Mitbewohner seines Kollegen. Als Tribut initiierte er das Projekt Temple Of The Dog zusammen mit Drummer Matt Cameron (heute auch Pearl Jam, damals nur Soundgarden) und den Musikern von Pearl Jam (auch Vedder ist auf der LP zu hören). Das einzige Album "Temple Of The Dog", ein Meisterwerk, entstand zeitgleich mit dem Pearl-Jam-Klassiker "Ten".

Die Neuauflage der "Temple Of The Dog"-LP ("25th Anniversary Edition") gibt es am 11. November als Vinyl mit Lentikularcover. Bereits erschienen ist eine Deluxe-Ausgabe mit zwei CDs sowie eine Super-Deluxe plus DVD und Blu-Ray, die wohl die eingefleischten Fans anspricht. Zum Originalalbum, von Brendan O'Brien neu gemischt, gibt es Demos, Outtakes und Live-Aufnahmen.

Die wegweisende Arbeit von Mother Love Bone erscheint Mitte November als "On Earth As It Is" neu. Die Box "The Complete Works" bietet auf CD die beiden regulären Tonträger (Album und EP) der Band und dazu mehr als 20 rare bzw. bisher unveröffentlichte Songs (B-Seiten, Demos). Erstmals auf DVD gibt es als Bonus das Video "Love Bone Earth Affair" (Konzert, Interviews, Backstage-Einsichten) plus Bonus-Material. Das Album und die EP in einem künstlerisch gestalteten Schuber kann man auch im kostspieligen Vinyl-Set erwerben. Sämtliche Versionen enthalten ein dickes Booklet.

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