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Mosul-Flüchtlinge berichten über Zwangsrekrutierungen durch IS

Nach Verlusten durch die Regierungsoffensive

Die Islamisten-Miliz IS zwingt im Westteil der irakischen Stadt Mosul offenbar junge Männer zum Kampf gegen die Regierungstruppen. Das berichteten Flüchtlinge und ein Polizeivertreter am Montag. Nach den schweren Verlusten durch die Regierungsoffensive versuchten die Rebellen, ihre Reihen durch Zwangsrekrutierungen aufzufüllen, sagte ein Polizist.

Ein ehemaliger Regierungsangestellter berichtete, er habe seine Söhne vor IS-Rekrutierern im Keller versteckt. Ein geflüchteter Fleischhauer erklärte, der IS habe in seinem Geschäft nach Männern Ausschau gehalten. Aus Angst zwangsrekrutiert zu werden, gingen viele auch nicht mehr in die Moschee.

Seit Beginn der Offensive regierungstreuer Truppen vor sechs Monaten sind die IS-Kämpfer auf einige Gebiete im Westteil der Großstadt zurückgedrängt worden. Am Montag rückten die Truppen weiter auf die Al-Nuri-Moschee in der Altstadt vor. Es wird dennoch erwartet, dass sich der Kampf um Mosul noch einige Wochen hinziehen dürfte. US-Schätzungen gehen davon aus, dass sich derzeit 2.200 IS-Kämpfer in der Stadt aufhalten. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi und andere Anführer sind mit unbekanntem Ziel aus Mosul geflohen.

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