Moskau gegen Rest der Welt: Russland legt militärische NATO-Zusammenarbeit auf Eis

Immer noch russische Streitkräfte in Georgien Russland bezieht neue Stellungen vor Hafenstadt Poti

Moskau gegen Rest der Welt: Russland legt militärische NATO-Zusammenarbeit auf Eis © Bild: EPA/SHIPENKOV

Russland hat laut NATO die militärische Zusammenarbeit mit dem westlichen Militärbündnis offiziell auf Eis gelegt. "Sie haben uns über die Entscheidung des russischen Verteidigungsministeriums informiert, die militärische Zusammenarbeit mit den NATO-Staaten bis auf weiteres auszusetzen", sagte eine NATO-Sprecherin. "Die NATO nimmt diese Entscheidung zur Kenntnis", so die Sprecherin.

Aus Protest gegen das militärische Vorgehen Russlands in Georgien hatte zuvor bereits das westliche Verteidigungsbündnis die Beziehungen zu Moskau vorerst auf Eis gelegt. Die deutsche Regierung vertritt die Aufffassung, dass trotz derzeitiger Aussetzung des Dialogs wegen der Kaukasus-Krise der vor sechs Jahren geschaffene NATO-Russland-Rat bestehen bleiben solle.

Russische Truppen in Georgien
Russland wird unterdessen nach Worten des georgischen Präsidenten Saakaschwili nicht wie zugesagt seine Truppen aus dem größten Teil Georgiens zurückziehen. Wie zur Bestätigung der Aussagen des Präsidenten, haben russische Truppen entgegen der Rückzugszusage von Präsident Medwedew neue Stellungen vor der Hafenstadt Poti bezogen.

Russische Truppen haben sich in größerem Umfang aus Zentral-Georgien zurückgezogen und der russische Generalstabschef erklärte, der russische Abzug werde wie angekündigt bis zum Freitagabend so weit fortgeschritten sein, dass die Einheiten "in den Zonen russischer Friedensschützer sein werden". Im Gegenzug wurden aber neue Stellungen vor der georgischen Hafenstadt Poti bezogen. Schützenpanzer und Truppentransporter blockierten zudem eine Brücke, die die einzige Landverbindung Potis zum Hauptland ist.

(apa/red)