Moskau drosselt Gaslieferung an Weißruss- land weiter: 'Werden nicht 2 Wochen warten'

Weißrussland lenkte zuvor ein: Zahlung in 2 Wochen Entwarnung für Österreich: Gas kommt über Ukraine

Moskau drosselt Gaslieferung an Weißruss- land weiter: 'Werden nicht 2 Wochen warten' © Bild: Reuters/Cristel

Im Streit um ausstehende Energiezahlungen will Russland seinem Nachbarn Weißrussland den Gashahn noch weiter zudrehen. Die Drosselung um 15 Prozent zu Wochenbeginn sei nur der Anfang. Das sagte der Sprecher des russischen Gasmonopolisten Gazprom, Sergej Kuprijanow. Zwar hatte Weißrussland am Vortag erklärt, die Schulden von 192 Mio. Dollar (155 Mio. Euro) bis 5. Juli begleichen zu wollen. "Wir werden aber sicher nicht diese zwei Wochen warten", sagte Kuprijanow.

Einem Gazprom-Sprecher zufolge drohte Weißrussland daraufhin, bei weiteren Lieferkürzungen das für Europa bestimmte Gas anzuzapfen, das von Russland über Weißrussland in Richtung Westen gepumpt wird.
Durch Weißrussland laufen zwar wichtige Versorgungsleitungen auch für den Westen. Ein Engpass wurde zunächst aber nicht befürchtet. Für Österreich hatte die OMV gestern Entwarnung gegeben, das russische Gas werde über die Ukraine transportiert.

Ein von Gazprom eigens eingerichteter Stab zur Drosselung der Gaslieferungen für Weißrussland wolle das weitere Vorgehen beraten, sagte Kuprijanow. Russische Medien sehen in dem Konflikt ein Druckmittel, um Weißrusslands Widerstand gegen eine von Russland angestrebte Dreier-Zollunion mit Kasachstan zu brechen. Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ist zudem dringend auf Hilfe aus Moskau angewiesen, um seine Macht bei den bevorstehenden Präsidentenwahlen zu sichern. (apa/red)