Moser sieht 80 Mio. Sparpotenzial bei WGKK: 'Kostendämpfung wenig erfolgreich'

Rechnungshof-Präsident verglich Wiener mit OÖGK

Der Rechnungshof sieht laut Präsident Moser bei der Wiener Gebietskrankenkasse ein Einsparungspotenzial von 80 Millionen Euro. Der Rechnungshof hatte die Gebarungen der WGKK mit jener der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse im Jahr 2006 verglichen. Damals hatte die OÖGKK mit plus 15 Mio. Euro das beste Betriebsergebnis, die WGKK mit einem Minus von 71 Mio. Euro das schlechteste eingefahren.

Der wesentliche Grund für das schlechtere Ergebnis laut dem Bericht: Die WGKK gab 2006 für ärztliche Hilfe und Heilmittel um 260 Mio. Euro mehr aus als die OÖGKK. Zwischen 1993 und 2006 seien die Kosten in Wien um 120 Mio. Euro mehr angestiegen als in Oberösterreich - die "Schere" für die Ausgaben ist also aufgegangen.

Ein Teil dieses Mehraufwandes, nämlich 40 Mio. Euro, sei auf die "schlechtere Entwicklung der Versichertenstruktur" zurückzuführen. Denn neue Versicherte hätten niedrigere Versicherungskosten als "alte" Versicherte. Der Anteil der Versicherten stieg bei der OÖGKK zwischen 1993 und 2006 um 17 Prozent an - bei der WGKK nur um drei Prozent.

"In Kostendämpfung wenig erfolgreich"
Die verbleibenden 80 Mio. Euro an entstandenen Mehraufwendungen seien aber darauf zurückzuführen, dass die WGKK "in der Kostendämpfung weniger erfolgreich war als die OÖGKK", so Moser. Mögliches Sparpotenzial ortet der Rechnungshof vor allem bei der ärztlichen Hilfe und den Heilmittelkosten.

In Wien lägen die Mehrkosten bei der ärztlichen Hilfe gegenüber jenen in Oberösterreich bei 106 Euro je Versichertem, bei den Heilmittelkosten gebe es Mehrkosten von 77 Euro pro Kopf. Die Gründe dafür seien vielschichtig. So gebe es etwa "beträchtliche Kostenunterschiede" je Fall innerhalb derselben Facharztgruppe zwischen Wien und Oberösterreich.

Der Rechnungshof empfiehlt, standardisierte Diagnosen und einheitliche Behandlungsrichtlinien zu fixieren. Auch bei den Tarifen müsse es zu Verbesserungen kommen. Einsparungspotenziale gebe es auch bei der Verordnung von kostengünstigen Heilmittel "in angemessener Dosierung".
(APA/red)