"Morgi" bleibt einfach eine Klasse für sich:
Neunter Saisonsieg für Weltcup-Führenden

ÖSV-Kollege Martin Koch landet auf dem elften Platz Morgi spricht erstmals offen vom Gesamtweltcupsieg

"Morgi" bleibt einfach eine Klasse für sich:
Neunter Saisonsieg für Weltcup-Führenden © Bild: EPA

Thomas Morgenstern hat nach dem "Doppelpack" von Sapporo, mit dem er die Zahl seiner Saisonerfolge auf neun geschraubt hat, nicht lange um den heißen Brei herumgeredet. Der 21-jährige Kärntner sprach angesichts seines Vorsprungs von 610 Punkten offen über den sicher scheinenden Gesamtsieg im Springer-Weltcup. "Jetzt kann ich erstmals davon reden. 610 Punkte in neun Springen, das sollte möglich sein", erklärte der Doppel-Olympiasieger, der sich erneut mit Bestweiten in beiden Durchgängen (135,0/139,0) souverän durchsetzte.

"Überflieger" Morgenstern sprang mit traumwandlerischer Sicherheit zu seinem insgesamt elften Weltcupsieg, dem insgesamt 150. eines ÖSV-"Adlers". Er distanzierte den Finnen Janne Happonen, der am Vortag vor Martin Koch ebenfalls Zweiter gewesen war, um 16,2 Punkte. Im Finale begnügte er sich trotz überlegener Führung nicht mit einem "Sicherheitssprung", sondern flog bis auf einen Meter an den Schanzenrekord von Roar Ljökelsöy (NOR/140,0) heran.

"Dieser Sprung war so am Limit, das geht nur, wenn man in Topform ist", meinte ORF-Co-Kommentator Andreas Goldberger bewundernd. Kommt Morgenstern mit seiner jüngsten Topform nach Europa zurück, könnte er sogar schon vor dem nächsten Großereignis, der Skiflug-WM in Oberstdorf (22.-24.2.), als erster österreichischer Gesamtsieger seit Goldbergers drittem Erfolg 1995/96 feststehen. Bis dahin stehen die Bewerbe in Liberec (WM-Generalprobe für 2009) und Willingen auf dem Programm.

Doch Morgenstern wollte nichts verschreien. "Es kann noch viel passieren", sagte er, "aber ich möchte das durchziehen." Quasi im Vorbeigehen könnte er nach seinem "Startrekord" (6 Siege) noch für weitere Bestmarken sorgen. Drei Siege fehlen noch auf das Dutzend, das der Finne Janne Ahonen 2004/05 vollgemacht hat und 378 Punkte fehlen auf Martin Schmitts Maximum von 1.833 aus der Saison 1999/2000.

Koch diesmal Elfter
Für Morgensterns Villacher Klubkollegen Koch lief es im zweiten Bewerb bei wechselndem Wind nicht so gut wie am Vortag. Da hatte er als Dritter und insgesamt fünfter ÖSV-Springer der Saison einen Podestplatz erreicht, diesmal musste er sich mit Rang elf begnügen. Nummer drei des Teams war diesmal Arthur Pauli als 15., Wolfgang Loitzl (17.) und Andreas Kofler (19.) wurden unter Wert geschlagen. Bei der nächsten Station in Liberec am Wochenende wird auch Gregor Schlierenzauer wieder zum ÖSV-Team stoßen, der 616 Punkte hinter Morgenstern Gesamt-Dritter ist.

Ergebnisse von Sapporo:
1. Thomas Morgenstern AUT 288,7 (135,0/139,0)
2. Janne Happonen FIN 272,5 (128,5/134,0)
3. Anders Bardal NOR 264,3 (127,0/131,5)
4. Björn Einar Romören NOR 258,4 (130,0/125,5)
5. Denis Kornilow RUS 253,6 (132,5/122,0)
6. Michael Neumayer GER 238,0 (118,0/129,5)
7. Andreas Küttel SUI 235,2 (120,0/124,0)
8. Robert Kranjec SLO 233,3 (123,5/120,0)
9. Taku Takeuchi JPN 229,2 (126,0/115,5)
10. Simon Ammann SUI 228,7 (122,5/119,0)
11. Martin Koch AUT 226,3 (125,5/115,5)
12. Tom Hilde NOR 222,9 (109,5/128,5)
13. Pawel Karelin RUS 214,9 (123,0/112,5)
14. Roar Ljökelsöy NOR 209,4 (116,5/116,5)
15. Arthur Pauli AUT 207,3 (115,5/115,5)
16. Anders Jacobsen NOR 207,0 (121,0/109,0)
17. Wolfgang Loitzl AUT 205,5 (111,0/119,0)
18. Takanobu Okabe JPN 203,6 (123,5/106,0)
19. Andreas Kofler AUT 198,2 (111,0/115,5)
20. Kamil Stoch POL 197,9 (122,5/103,0)
21. Primoz Peterka SLO 197,6 (119,0/108,0)
22. Fumihisa Yumoto JPN 191,9 (121,0/102,0)
23. Emmanuel Chedal FRA 191,3 (120,0/103,6)
24. Akira Higashi JPN 188,5 (123,0/ 99,5)
25. Daiki Ito JPN 175,9 (117,5/100,5)
26. Marcin Bachleda POL 159,6 (111,0/ 96,0)
27. Arttu Lappi FIN 157,7 (110,5/ 96,0)
28. Dmitrij Wassilijew RUS 156,9 (113,5/ 94,5)
29. Choi Heung-Chul KOR 156,0 (119,0/ 88,5)
30. Stefan Hula POL 153,7 (119,0/ 87,5)


nicht für das Finale qualifiziert u.a.:
34. Manuel Fettner 88,8 (108,5 m), 40. Bastian Kaltenböck (beide
AUT) 80,2 (104,0)

(apa/red)