Mordversuch von

Taxifahrer attackiert

18-Jähriger wollte Taxifahrer ermorden: Sechs Jahre Haft

Mordversuch - Taxifahrer attackiert © Bild: APA/DPA/Burgi

Ein 18-Jähriger, der im vergangenen Oktober in Vorarlberg einen Taxifahrer attackiert hat, ist von einem Geschworenengericht in Feldkirch zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verfügt. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der angeklagte 18-Jährige hatte zuvor seine Unschuld beteuert. "Ich wollte das gar nicht. Es tut mir alles schrecklich leid", erklärte der Mann vor dem Geschworenengericht. Unterstützt wurde er dabei naturgemäß von seinem Verteidiger Nicolas Stieger, der meinte: "Mörder sehen anders aus!".

Wollte ins Fernsehen kommen
Die Anklage warf dem 18-Jährigen vor, im vergangenen Oktober in Braz (Bezirk Bludenz) einen 46-jährigen Taxifahrer überfallen und mit einer Schraubzwinge und einer Glasscherbe attackiert zu haben. Während der junge Mann gegenüber der Polizei zunächst ausgesagt hatte, er habe den Taxilenker töten wollen, stellte er dies während der Verhandlung in Abrede. Es sei ihm darum gegangen, ins Fernsehen zu kommen, so der 18-Jährige. Das Taxi habe er zu stehlen versucht, um es zu verkaufen und seine Schulden bezahlen zu können. Die Glasscherbe - mit der er am Abend zuvor angeblich Selbstmord verüben wollte - habe er lediglich in der Hand gehabt, damit aber nicht auf den Mann eingestochen.

Während die Geschworenen im Anklagepunkt des versuchten Mordes den 18-Jährigen mit 6:2 Stimmen für schuldig befanden, waren sie sich beim Vorwurf des versuchten schweren Raubes einig (8:0 Stimmen). Als Milderungsgründe erkannte das Gericht das geringe Alter des Angeklagten ebenso an wie seine Geständigkeit in wesentlichen Punkten sowie seine bisherige Unbescholtenheit. Auch dass die Taten nicht vollendet wurden, wurde als mildernd bewertet. Erschwerend war allerdings, dass der 18-Jährige gleich zwei Taten setzte.