Mordversuch in Steiermark: 16-Jähriger
stach mit dem Messer auf seinen Vater ein

41-Jähriger musste im LKH Graz notoperiert werden Streit der Eltern ging der Tat des Jugendlichen voraus

Zu einer Bluttat mit familiärem Hintergrund ist es in der Nacht auf Mittwoch im südsteirischen Leutschach (Bezirk Leibnitz) gekommen: Ein 16-Jähriger rammte im Zuge einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Eltern seinem Vater ein Messer in den Rücken. Anschließend holte der Jugendliche selbst Hilfe. Er wurde wegen Selbstgefährdung in die Landesnervenklinik Sigmund Freud gebracht.

"Die dauernden Streitigkeiten unter den Eltern sind dem Jugendlichen zuviel geworden", so Oberst Alois Eberhart vom Landeskriminalamt Steiermark über das Motiv. "Er sagte, die Mutter habe ihn Leid getan." Der 41-jährige Vater und Opfer soll als gewaltbereit bekannt sein. "Amtsbekannt war er aber bisher nicht. In wie weit er gegenüber seine Frau gewalttätig war, wissen wir noch nicht", meinte der Beamte.

Der 16-Jährige wird nun der Landesnervenklinik behandelt. "Er ist völlig fertig", schilderte Eberhart. Sobald es die Ärzte erlauben, soll der Bursche einvernommen werden, um die Hintergründe der Tat genauer zu klären. Bisher ist bekannt, dass der 16-Jährige im Zuge eines elterlichen Streits am Dienstag gegen 21.30 Uhr seinem Vater ein rund 22 Zentimeter langes Jagdmesser in den Rücken gerammt hat. "Das Messer hat er in seinem Zimmer aufbewahrt", so Eberhart. Als am Dienstag der Streit eskalierte - angeblich stieß der Vater des Burschen seine 46-jährige Ehefrau gegen ein Fensterbrett, worauf diese vor Schmerz aufschrie -, sah der Jugendliche offenbar "rot".

Als er den Schrei der Mutter im ebenerdig gelegenen Schlafzimmer hörte, eilte der 16-Jährige aus seinem Zimmer im ersten Stock zu Hilfe. Zuvor soll der junge Mann gegenüber seiner 15 Jahre alten Schwester angekündigt haben, seinen Vater umzubringen, sollte die Auseinandersetzung nicht aufhören. Ohne etwas zu sagen, stach er dann auf seinen Vater ein.

Nach der Tat brach der 16-Jährige in Tränen aus. Er verständigte selbst die Rettung. Der Vater musste im LKH Graz notoperiert werden, befand sich am Mittwoch aber außer Lebensgefahr. Wie Ermittlungsleiter Eberhart unter Berufung auf den behandelnden Arzt sagte, wies das Opfer einen rund 15 Zentimeter langen Stichkanal zwischen dem dritten und vierten Brustwirbel auf, der bis zum Lungenflügel reichte. Die Mutter blieb unverletzt.
(apa)