Mordversuch an Ehefrau von

Ehemann schuldig gesprochen

St. Pölten: 43-Jähriger muss für zwei Stiche in den Rücken fünf Jahre in Haft

Zu fünf Jahren Haft ist am Donnerstag am Landesgericht St. Pölten ein 43-Jähriger verurteilt worden, der seiner Ehefrau im Dezember 2011 im Zuge eines Streits 2 Stiche in den Rücken versetzt hatte. Die Geschworenen sprachen den Mann zwar des Mordversuchs schuldig, bejahten aber auch den Rücktritt vom Versuch, weshalb er wegen absichtlich schwerer Körperverletzung mit Dauerfolgen verurteilt wurde.

Er nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab - somit ist noch keine Rechtskraft gegeben. Als mildernd führte der vorsitzende Helmut Weichhart in seiner Begründung den untadeligen Lebenswandel des Beschuldigten an. Erschwerend hätten sich die Ausübung der Tat - zwei massive Stiche - und die schweren Dauerfolgen des Opfers ausgewirkt: Die Mutter zweier kleiner Kinder werde durch teilweise Lähmung ihr Leben lang daran zu leiden haben. Der erste Stich verfehlte die Halsschlagader nur knapp, der zweite durchtrennte das Rückenmark zu 80 Prozent, die Frau kann auf Krücken lediglich kurze Strecken zurücklegen und benötigt einen Rollstuhl.

Der Angeklagte leugnete die Tat nicht. Die Widersprüche in seinen Aussagen erklärte er damit, dass er sich damals und bei der Einvernahme in einem Schockzustand befunden habe. Er habe im Affekt gehandelt und seine Frau "niemals umbringen wollen", betonte er und bestritt damit eine Tötungsabsicht. Er sei damals in psychisch schlechter Verfassung gewesen, habe aber leider keine Hilfe in Anspruch genommen.