Lebenslänglich im Fall Cain

Angeklagter M. wird in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen

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    Der 27-jährige Angeklagte Milosav M. soll im Jänner 2011 seinen dreijährigen Stiefsohn Cain zu Tode geprügelt haben.

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    Der Angeklagte bestreitet die Tötungsabsichten. Er wollte nicht, dass der kleine Cain stirbt, erklärte er vor Gericht.

Als mildernd wurden dem 27-Jährigen sein eingeschränktes Geständnis sowie seine geminderte Zurechnungsfähigkeit zugestanden, erschwerend wirkte sich laut Richter Norbert Melter seine "brutale Vorgehensweise" aus.

In Anbetracht der Grausamkeit der Tat sei das Gericht zur Erkenntnis gekommen, dass die Höchststrafe zu verhängen sei, so Melter in seiner Urteilsbegründung. Den Privatbeteiligten - dem Kindsvater und dem älteren Bruder von Cain - wurde wie gefordert Trauerschmerzengeld in Höhe von 100 Euro bzw. 25.000 Euro zugesprochen. Dem Vater war es nur um einen symbolischen Betrag gegangen.

"Ich wollte nicht, dass er stirbt"
Der Angeklagte hatte während des gesamten Prozesses eine Tötungsabsicht bestritten und sich "nicht schuldig" bekannt. "Ich wollte nicht, dass er stirbt", betonte M. mehrfach. In der Rekonstruktion der Ereignisse des 7. und 8. Jänners 2011 ergab sich, dass der Angeklagte das Kind - den jüngeren Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin - mit der Hand und einem Besenstiel aus Aluminium zweimal exzessiv verprügelt hat.

Der leitende Staatsanwalt Wilfried Siegele erklärte in seinem Plädoyer, dass das Kind "nicht geschlagen wurde, es wurde erschlagen". Er forderte eine lebenslange Haftstrafe. Zur Untermauerung seiner Haltung übergab er den Geschworenen Fotos von der Kinderleiche. M. hatte diese in der Verhandlung nicht mehr anschauen wollen.

Von "Mord kann keine Rede sein"
In seinem Schlusswort begann er zu schluchzen, dass er jede Nacht von diesen Bildern träume. "Ich habe während der Schläge keine Sekunde gedacht, dass Cain sterben kann", beteuerte er. Pflichtverteidiger Edgar Veith richtete das Augenmerk hingegen auf die Mutter von Cain, die nicht glaubwürdig sei und statt seines Mandanten für die Schläge an dem Dreijährigen verantwortlich sein könnte. Von Mord "kann keine Rede sein", betonte Veith.