Morden zwischen Schiiten und Sunniten geht weiter: Wieder Anschlagsserie im Irak

Sprengsätze reißen erneut zahlreiche Opfer mit sich Vorwürfe an USA: 'Gespenst von falscher Demokratie'

Morden zwischen Schiiten und Sunniten geht weiter: Wieder Anschlagsserie im Irak

Im Irak sind durch die Explosion mehrerer Autobomben nach vorliegenden Informationen mindestens elf Menschen getötet worden. Allein fünf Personen starben, als in der Hauptstadt Bagdad im schiitischen Viertel Sadr-City ein Sprengsatz explodierte, wie aus irakischen Sicherheitskreisen verlautete. Weitere 15 Menschen erlitten demnach Verletzungen.

In der mehrheitlich schiitischen Stadt Hilla explodierte in der Nähe einer Polizeistation eine Autobombe; vier Menschen starben, 23 weitere wurden verletzt. In der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk kamen zwei Menschen durch eine Autobombe ums Leben. Weitere elf Menschen wurden verletzt. In den vergangenen Tagen waren zahlreiche Schiiten Opfer von Anschlägen geworden. Daraufhin war es zu einem Gemetzel an Sunniten gekommen.

Schiitenführer gibt USA Schuld an Gewalt im Irak
Der radikale schiitische Geistliche Moqtada (Muktada) al-Sadr hat die USA für Gewalt und Armut im Irak verantwortlich gemacht. "Sie kamen, um verbotene Waffen unschädlich zu machen, um sie dann mit noch schlimmeren Waffen zu ersetzen - dem Terrorismus", sagte er. Die USA hätten dem Land das "Gespenst einer falschen Demokratie" gebracht. "Vier Jahre nach der Invasion gibt es im Irak kein Wasser, keine Elektrizität, keinen Kraftstoff und keine Sicherheit."

Sadr rief die Iraker dazu auf, am 9. April in der für Schiiten heiligen Stadt Najaf gegen die US-Präsenz zu protestieren. Der 9. April ist der vierte Jahrestag des US-Truppeneinmarsches in das Zentrum von Bagdad.

Der radikale Schiitenprediger Sadr ist eine politische Schlüsselfigur im Irak. 2004 führte er zwei Aufstände gegen die US-Streitkräfte an. Die US-Regierung bezeichnet seine Mehdi-Miliz als größte Gefahr für den Frieden im Irak.(apa/red)