Mord an zweijährigem Sohn: 34-jährige
Mutter in Tirol zu 15 Jahren Haft verurteilt

Mit zwei Messern über 20 Mal auf Baby eingestochen

Zu 15 Jahren Haft ist eine 34-jährige Tirolerin wegen Mordes an ihrem 22 Monate alten Sohn von einem Innsbrucker Schwurgericht verurteilt worden. Die Frau soll mit zwei Messern über 20 Mal auf ihr schlafendes Baby eingestochen haben. Der Verteidiger legte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen das Urteil ein.

Die Geschworenen sprachen die 34-Jährige einstimmig der vorsätzlichen Tötung ihres Kindes schuldig. Ebenso einig waren sich die Laienrichter bei der Beurteilung der Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten, die ohne Gegenstimmen bejaht wurde. Richter Klaus Schröder erkannte bei der Strafbemessung die verminderte Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten sowie die schwierige familiäre Situation, in der sie sich befunden habe, als strafmildernd an. Diese schwierige Lage habe sie jedoch mitverschuldet, meinte Schröder. Erschwerend sei, dass das Opfer ein schlafendes, wehrloses Kind gewesen sei.

Verteidiger Albert Heiss hatte sich in seinem Schlussplädoyer für Totschlag ausgesprochen, der mit höchstens zehn Jahren Gefängnis bestraft wird. Er hatte auch die Schuldfähigkeit seiner Mandantin angezweifelt. Nach ihrer Verhaftung hatte die 34-Jährige angegeben, ihr Mann habe sie in den Wahnsinn getrieben. Der Ehemann der Angeklagten hatte an ihrem Auto einen Peilsender angebracht. Beharrliche Verfolgung sei mittlerweile strafbar, führte Heiss an. Sie habe den Druck nicht mehr ertragen und sich mit einer "Explosivhandlung" versucht zu befreien.

Auslöser für die Verzweiflungstat war vermutlich der Sorgerechtsstreit zwischen dem mittlerweile geschiedenen Ehepaar. Für die Staatsanwältin Gertraud Pfeifenberger bestand kein Zweifel, dass die Angeklagte vorsätzlich gehandelt hatte. Nachdem sie über 20 mal zugestochen hatte, habe sie die Leiche zugedeckt und sei in die Küche gegangen um die Messer abzuwaschen. Danach habe sie sich in ein Taxi gesetzt und sei zur Polizeiwache gefahren. Dass sie von ihrem Mann in den Wahnsinn getrieben worden sei, sei keine Rechtfertigung. Sie habe die Überwachung durch ihren Mann mit ihrer Untreue provoziert.

Zu der Tat war es im Juni 2006 in Kufstein gekommen. Die Frau hatte sich unmittelbar danach der Polizei gestellt und wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Sie wurde mittlerweile entlassen und befand sich vorerst in Haft.

(apa/red)