"Mommy Porn" von

Fifty Shade of Grey Autorin E.L. James:
Der Mann nach Christian Grey

"Mommy Porn" - Fifty Shade of Grey Autorin E.L. James:
Der Mann nach Christian Grey © Bild: Evening Standard / Eyevine / picturedesk.com

Sie ist Star des neuen Roman-Genres "Mommy Porn". Nun bestückt E. L. James Schöpferin von "Fifty Shades of Grey", es mit einem neuen Roman. Dabei begann alles mit prüden Vampiren

Die Frau hat etwas bewegt: Jetzt wissen Millionen Leserinnen weltweit um die Bedeutung des Begriffes "Flogger". Im sadomasochistischen Umfeld nennt man mehrschwänzige Riemchenpeitschen so. Die Vaginalkugeln, die E. L. James ihre Romanhelden benutzen ließ, erlebten Umsatzsteigerungen von bis zu 300 Prozent. Was früher in Form von "Baccara"-Heftchen in dunklen Trafikenecken stand, ist heute als "Mommy Porn" bedeutende Einnahmequelle großer Buchverlage. Mit dem Überraschungserfolg ihrer Reihe "Fifty Shades of Grey" machte die 56-jährige Britin erotische Fantasien rund um S/M-Praktiken haushaltstauglich. Die Trilogie wurde 150 Millionen Mal verkauft, in 52 Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. In jedem zweiten österreichischen Haushalt steht laut Schätzungen eine Ausgabe des Unterwerfungs-Liebesromans.

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Mit Maxim auf der Achterbahn

Nun geht der Hype mit dem Roman "The Mister"(ab 20. April im Handel) in Verlängerung. E. L. James setzt abermals auf Provokation und Sex. Der Protagonist heißt diesmal Maxim Trevelyan und ist - wie Christian Grey -reich und attraktiv. Der Plot: Maxims sorgenfreies Leben in London ist dahin, als er mit dem Adelstitel und Vermögen seiner Familie auch eine Verantwortung erbt, auf die er nicht vorbereitet ist. Die Erotik bringt diesmal die geheimnisvolle Alessia Demachi ins Spiel, die Maxim vor den Schatten ihrer gefährlichen Vergangenheit schützen möchte. James verspricht eine "Hochschaubahn der Gefühle zwischen Angst und Verlangen" und ließ sich im "Guardian" entlocken: "Meine Reise mit Maxim und Alessia war faszinierend. Ich hoffe, dass ihre aufregende, sinnliche Geschichte die Leser genauso mitreißt wie mich."

Gegen die Midlife-Krise

Es gilt ein Imperium zu verteidigen. Dank "Fifty Shades of Grey" wurde E. L. James vom "Time"-Magazin 2012 in die Riege der 100 einflussreichsten Personen der Welt gewählt. Die Einnahmen aus Romanen, Filmrechten und Merchandising von Wein bis Klassik-CDs -"Das hört und trinkt Mr. Grey" - brachten ihr laut Forbes ein Vermögen von geschätzten 80 Millionen Euro. Passabel für eine zweifache Mutter, die mit Mitte Vierzig zu schreiben begann, weil sie ihren Job hasste.

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Es war 2009, und James - ein Pseudonym - firmierte noch unter ihrem bürgerlichen Namen Erika Leonard. Bei einer Fernsehproduktionsfirma arbeitete sie als Produktionsassistentin. Mit ihrem Mann, dem Schrifsteller und Drehbuchautor Niall Leonard, und zwei Söhnen lebte sie in London. Ein Leben, das sie selbst nach Erscheinen des ersten "Fifty Shades of Grey"-Romans bei einer Pressekonferenz als durchschnittlich bezeichnete: "Ich bin ich eine ziemlich langweilige Person." Für sich selbst habe sie zu schreiben begonnen, sagte sie einst dem "Stern", als Hobby und statt einer Midlife-Krise. Die Inspiration fand sie online. Sie war wieder einmal vom Job genervt, da legte sie sich ein Konto im Internetforum "fanfiction.net" zu. Dort schreiben Fans selbst ausgedachte Geschichten zu bestehenden Figuren nieder. Regeln oder Grenzen gibt es für die Handlungen keine. Es gibt Homoerotisches aus dem Star Trek-Milieu zu lesen, Zombiegeschichten, die in Kinderwelten wie "Mia and Me" spielen, oder Fantasien rund um erotische Begegnungen mit Popstars.

Die Vampire waren zu prüde

Die Autorin legte sich das Pseudonym "Snowqueens Icedragon" zu und erfand Geschichten um die unerfahrene Studentin Bella und den einsamen Firmenboss Edward. - Kein Zufall, natürlich. James ist ein großer Fan von Stephenie Meyers Vampirsaga "Twilight". Während Meyers' mehrteiliger Saga oft Prüderie vorgeworfen wurde, ließ es Leonard erotisch hoch hergehen. Mit Erfolg.

Die "Twilight"-Fans liebten die neuen Geschichten um den dominanten Edward und die unterwürfige Bella, die zunächst unter dem Titel "Masters of the Universe" erschienen. Eine australische Verlegerin mit eigenem E-Book-Verlag hatte schließlich den richtigen Riecher, dass die anonymen Netz-Fantasien auch als Buch auf Interesse stoßen könnten. Der Verlag änderte kaum etwas an der einfach gestrickten Erzählung. Nur die Namen der Protagonisten mussten aus Urheberrechtsgründen weichen: Aus Bella wurde Anastasia, aus Edward wurde Christian.

Nach dem durchschlagenden Erfolg des E-Books erwarb der Verlag Random House um einen siebenstelligen Betrag die Printrechte. Der Rest ist Erfolgsgeschichte. Seitdem ist die S/M-Szene bemüht, ihr Image zurechtzurücken. Immer wieder betonten deren Vertreter, dass Greys Art der Dominanz nichts mit Sadomasotechniken zu habe. Bei diesen hätten beide Partner das Geschehen aktiv zu bestimmen. Stalking und manipulatives Verhalten, wie es im Roman beschrieben wird, gehören keineswegs zu S/M-Praktiken. Dank James ist nun also auch das gesellschaftstaugliches Smalltalkthema.

Den Erfolg ihres Erstlings feierte E. L. James mit dem Kauf eines neuen Autos und auf einer Reise nach New York. An der Poolbar habe sie dort Frauen beim Lesen ihres Buches beobachtet, erzählte sie auf der Buchmesse. Dort wusste sie ihr Buch überaus schlagfertig in Szene zu setzen. "Bevor Sie fragen: Ich habe ein großartiges Sexleben", eröffnete sie das Journalistengespräch. Kritiker sezierten derweil ungläubig Sätze wie "Ich werde dich kommen lassen wie ein Frachtzug, Baby!" und wussten ihr Unglück kaum in Worte zu fassen. Flächendeckende Verrisse konnten dem Erfolg freilich nichts anhaben. James traf einen Nerv und blieb fast drei Jahre lang auf der "Spiegel"-Bestsellerliste.

Ob "The Mister" es dahingehend mit "Grey" aufnehmen kann, wird das Duell in deren Klasse für sich zeigen.

Das Buch "The Mister" gibt es hier*

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Der Artikel erschien ursprünglich in der News Ausgabe Nr. 15/19

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