Mohammed-Karikaturen: Konflikt
kostete bereits vier Ministern ihr Amt

Zwei Minister aus Nahem Osten und zwei aus Europa

Im Zusammenhang mit dem durch die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed im Westen ausgelösten Konflikt haben bisher vier Minister ihr Amt verloren. Je zwei Minister erwischte es im Nahen Osten beziehungsweise in Europa.

Erstes ministerielles "Opfer" des Konflikts war der Innenminister des Libanon, General HASSAN SABEH. Nach gewalttätigen Demonstrationen am 5. Februar in Beirut erklärte Sabeh gegen den Willen der Regierung seinen Rücktritt. Im Zuge der Unruhen war eine Person getötet und das dänische Konsulat in Brand gesteckt worden.

Am 18. Februar trat Italiens Reformenminister ROBERTO CALDEROLI zurück, nachdem sein TV-Auftritt in einem T-Shirt mit einer Mohammed-Karikatur einen gewaltsamen Protest Tausender gegen das italienische Konsulat in der libyschen Küstenstadt Bengasi hervorgerufen hatte. Bei den Protesten starben rund zehn Personen. Dies führte außerdem zur Suspendierung von Libyens Innenminister NASR AL-MABRUK.

Die schwedische Außenministerin LAILA FREIVALDS schließlich warf am heutigen Dienstag das Handtuch, nachdem der Druck auf sie wegen Unklarheiten rund ihre Rolle bei der Schließung einer rechtsradikalen Homepage zu groß geworden war. Am 9. Februar war die Online-Zeitung der rechtsextremen "Schwedendemokraten" nach Interventionen von Außenministerium und Sicherheitspolizei vom Netz genommen worden. Die Extremisten hatten zu einem "Mohammed-Karikaturen-Wettbewerb" aufgerufen. Freivalds hatte bisher abgestritten, die Ausübung von Druck auf den Internet-Provider veranlasst zu haben. Zuletzt waren allerdings Indizien aufgetaucht, die auf das Gegenteil schließen lassen. (apa/red)