Mogelpackungen von

Viel Luft um nichts

Der VKI testete Chips, Nüsse und Co. - Bei diesen Produkten wird getrickst

Chips © Bild: iStockphoto.com

Prime Time. Neben Ihnen die Packung Chips - ratsch - und offen ist das Sackerl. Ein Blick hinein, und die Enttäuschung ist Ihnen ins Gesicht geschrieben. Habl leer? Soll das ein Scherz sein? Leider nein! Immer öfter klagen Konsumenten über Mogelpackungen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) enttarnt die Übeltäter.

Der VKI wollte es wissen: Wie oft sehen sich Konsumenten mit dem Phänomen der Mogelpackung konfrontiert? Oft, wie 80 Prozent der Umfrageteilnehmer antworteten. Grund genug, einen Aufruf zu starten. Die Teilnehmer sollten die nervigsten Verpackungen nennen. Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Konsument" werden einige davon präsentiert.

Bei diesen Chips wird gemogelt

Kommen wir also gleich auf unser eingangs genanntes Beispiel zurück: die Chips. Die Tester des VKI verglichen eine Packung von Clever mit einer der Marke Alnatura. Letztere ist nur eine Spur schmäler als Erstere, beinhaltet aber deutlich weniger Chips, nämlich 125 Gramm. Zum Vergleich: Das Säckchen der Rewe-Eigenmarke fasst immerhin 200 Gramm.

Ein Blick in die Alnatura-Chips-Packung zeigt: Sie ist gerade mal bis zu einem Viertel gefüllt. Warum? Der VKI holte ein Statement ein. In diesem heißt es, ein gewisser Luftraum wäre notwendig, um die Chips vor dem Zerbrechen zu schützen. Die VKI-Tester gingen der Sache auf den Grund: Finden sich in der voller gefüllten Clever-Chips-Packung ungleich mehr Brösel? Die Antwort lautet: Nein.

Cashew-Packungen im Vergleich

Neben Chips nahmen die Tester auch Cashews unter die Lupe. Dafür verglichen Sie die Produkte der Marken Lorenz, Snack Fun und Ültje miteinander. Auch hier zeigten sich eklatante Unterschiede: Während alle drei Säckchen in etwa gleich groß sind, findet sich in dem von Lorenz (100 Gramm) gerade mal die Hälfte des Inhalts, den eine Packung von Snack Fun (200 Gramm) fasst. Ültje liegt mit 150 Gramm im Mittelfeld.

Auch ärgerlich: ein Tee aus dem Hause Starbucks. Die Tester des VKI öffneten einen Karton der Sorte "Emperor's Clouds & Mist Green Tea". Man kann annehmen, dass das Erstaunen groß war, als der Blick auf einen gerade mal bis zur Hälfte gefüllten Karton fiel. Der Rest: Luft. Warum? Man weiß es nicht. Vonseiten einer vom Unternehmen beauftragten PR-Agentur hieß es lediglich, man wolle das Verpackungsdesign überprüfen.

Kann man Mogelpackungen verbieten?

Viel Ärger also über wenig Inhalt. Oft begründet damit, dass eine gänzliche Befüllung aus technologischen Gründen nicht möglich sei, wie der "Konsument" schreibt. Ein Argument, das durch den Vergleich mit Produkten, bei denen der Inhalt die Verpackung mehr oder weniger ausfüllt, entkräftet wird. Kann man den Produzenten von Mogelpackungen denn keinen Strich durch die Rechnung machen?

Theoretisch schon. Aber: "Obwohl gesetzlich möglich, gibt es in Österreich nach wie vor keine Verordnung, die den Befüllungsgrad von Verpackungen regelt", wie der "Konsument" zu Bedenken gibt. Schade! Anders in Deutschland: Dort versucht man dem Phänomen durch eine Leitlinie Einhalt zu gebieten. Ihr zufolge darf eine Verpackung nicht mehr als 30 Prozent Luftvolumen enthalten. Immerhin. Vorgaben wie diese wären schon mal ein guter Anfang.