EU-Wahl von

Mölzer wird angezeigt

Köhlmeier bereitet Petition vor - für FPÖ-Spitzenkandidat Vorwürfe "lächerlich"

Andreas Mölzer © Bild: APA/Pfarrhofer

Er bezeichnete die EU als „Negerkonglomerat“ und ließ in einer FPÖ-Zeitung Österreichs Star-Kicker David Alaba als „pechrabenschwarz“ beschreiben. Die Kritik rund um den blauen EU-Kandidaten Andreas Mölzer reißt somit nicht ab. Nun wehrt sich der Politiker, nennt die Vorwürfe „lächerlich“ und nennt Alaba einen „liebn Buam“. Indes will der Vorarlberger Autor Michael Köhlmeier, den Abgeordneten, gemeinsam mit SOS Mitmensch, anzeigen.

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Andreas Mölzer steht seit Tagen im Mittelpunkt des Kritikfeuers. Der FPÖ-Kandidat zur EU-Wahl leistete sich mehrere Ausrutscher. Zunächst bezeichnete er die EU als „Negerkonglomerat“, was einige Rücktrittsaufforderungen nach sich zog.

Bayern-Fixplatz "gelungene Integration"

Dann wurde ein Artikel veröffentlicht, in dem der blaue Kandidat Österreichs Fußballer des Jahres, David Alaba, als „pechrabenschwarz“ bezeichnen ließ und somit rassistisch verunglimpfte. Wieder gingen die Wogen hoch. Nun äußerte sich Mölzer in einem Interview mit der „Krone“ zu der Alaba-Bezeichnung: Als „gutes Beispiel für gelungene Integration“ sieht er dessen Fixstarterplatz bei Bayern München. Über die Familie des Kickers will er jedoch nichts sagen, denn die kenne er nicht. Die Vorwürfe seien zudem „lächerlich“ und Alaba ein „liaba Bua“.

Von den Rücktrittsaufforderungen hält Mölzer zudem nichts, denn er sieht das ganze als Kampagne gegen seine Person. Die FPÖ würde eben immer von denselben gejagt, so der FPÖ-Politiker und nennt dabei „das Dokumentationsarchiv bis zu SOS-Mitmensch“. Er werde aber nicht „kampflos wie die Dirn vom Tanz gehen“, so Mölzer.

Köhlmeier will Mölzer anzeigen

Indes hört die Kritik nicht auf: Der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier wird eine Anzeige wegen Verhetzung gegen den FPÖ-Europaabgeordneten einbringen. Über SOS Mitmensch sucht der Autor in einer Petition Menschen, die sich bis 11. April seiner Anzeige anschließen wollen.

Petition auf SOS Mitmensch

"Köhlmeier lässt fragen, wer sich seiner Anzeige gegen Mölzer anschließen möchte. Er ist, so wie wir, der Ansicht, dass es ein breites Nein zu Rassismus und NS-Verharmlosung geben sollte", so SOS Mitmensch in einer Aussendung. Die Namen der Unterstützer werden auf der Anzeige mitangeführt. Nachdem es sich bei Verhetzung um ein Offizialdelikt handle, müsse die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werden und entscheiden, ob sie ein Verfahren eröffne, hieß es weiter. Für die Personen, die eine Anzeige einbringen, fielen keinerlei Kosten, Risiken oder sonstige Mühen an. Die Petition kann über die Homepage http://www.sosmitmensch.at unterstützt werden.

"Das verstößt gegen mein Selbstverständnis als Bürger. Ich würde mich schämen, nichts dagegen zu sagen", begründete Köhlmeier gegenüber der APA sein Vorhaben. Erwartungen hinsichtlich der Beteiligung oder der juristischer Auswirkung habe er keine. "Ich erwarte nur, dass man sagt: Ich nicht! Wir sind in einem Rechtsstaat, und ich will so etwas nicht haben", so der Autor weiter. "Ich bin kein Kampagnenleiter, ich will mich nur selbst im Spiegel anschauen können."

Bei solchen Aussagen aus dem rechten Lager beschleiche ihn stets das "dumme Gefühl", sich zum Kumpanen zu machen, wenn er nichts dagegen sage. "Und sie tun's ja immer wieder", so Köhlmeier und erinnerte an den Exiljuden-Sager von Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger gegenüber Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museum Hohenems, im Landtagswahlkampf 2009. Egger, der Mölzers Sager als "völlig inakzeptabel" bezeichnete, vergieße seiner Ansicht nach nun "Krokodilstränen". "Aber wer weiß: vielleicht zeigt er jetzt Einsicht und entschuldigt sich bei meinem Freund Hanno Loewy", hoffte Köhlmeier.

Überzeugt von Rechtsruck

Er zeigte sich überzeugt, dass es bei der EU-Wahl einen Rechtsruck geben werde. "Das sollte man aber nicht dramatisieren, das ist eine Reaktion auf die Krise", so Köhlmeier. Die politische Rechte habe Oberwasser bei den Unzufriedenen, die Angst hätten um ihren Arbeitsplatz und um ihre Zukunft.

Kommentare

Liebe SOS Mitmensch - wann kümmert ihr euch endlich einmal um die Leute, die euch bezahlen? Die letzte übriggebliebene einheimische Bevölkerung!

Was jetzt? A Petition oder a Klage?? Beides probiert, kein Vergleich!

Haben die keine anderen Probleme ?

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