Ressortverteilung von

Mögliche Minister unter Türkis-Grün

Auch wenn die Verhandlungen erst starten - diese Personen könnten uns in Zukunft regieren

Grüne © Bild: APA/AFP/Halada

Die ÖVP und die Grünen werden Koalitionsverhandlungen führen, das ist fix. Beide Parteien betonen immer wieder, dass es sich dabei um einen ergebnisoffenen Prozess handelt – eine türkis-grüne Einigung also keineswegs in Stein gemeißelt ist. Dennoch wird im Hintergrund natürlich immer wieder über eine mögliche Ressortverteilung nachgedacht und spekuliert. Und diese Personen könnten möglicherweise nächste Minister werden:

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Sebastian Kurz

Dieser Name steht wohl außer Frage. Dass die ÖVP den Bundeskanzler stellen wird und das Sebastian Kurz sein wird, ist, im Gegensatz zu allen anderen Fragen, wohl fix.

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Werner Kogler

Werner Kogler hat die Grünen nicht nur zurück ins Parlament geführt, sondern führt diese eventuell auch in die erste Regierungsbeteiligung auf Bundesebene in der Geschichte der Öko-Partei. Dass er eine große Rolle spielen wird, sollte es dazu kommen, ist klar. Am naheliegendsten ist natürlich der Vizekanzler -Posten, doch die Frage ist oder in dieser Funktion nur ein kleines Ressort innehat wie etwa Beamte und Kultur oder ob er das, immer wieder genannte Superministerium übernehmen könnte. Dieses könnte aus Umweltagenden – dass dieses Ressort zu den Grünen gehen wird, ist klar – ohne der Landwirtschaft, denn das soll bei der ÖVP bleiben gepaart mit Infrastruktur bestehen. Auch dafür wird natürlich Koglers Name gehandelt.

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Leonore Gewessler

Die ehemalige Global 2000-Chefin wechselte im Wahlkampf zu den Grünen und stand auf der Liste hinter Parteichef Werner Kogler. Sollte dieser das Superministerium selbst nicht übernehmen, wäre Gewessler wohl die logisch nächste.

Gewessler Kogler
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Astrid Rössler

Neben dem Superministerium oder Umweltministerium soll angeblich auch das Sozialministerium in grüne Hände fallen. Gehandelt wird dafür Astrid Rössler, die ehemalige Landeshauptmann-Stellvertreterin und Landesrätin aus Salzburg.

Rössler
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Birgit Hebein

Sollte das Sozialministerium tatsächlich grün werden und Rössler nicht Ministerin werden, steht auch noch Birgit Hebein auf dieser Liste. Allerdings ist diese Möglichkeit unwahrscheinlicher, da Hebein die Grünen wohl in die Wien-Wahl nächstes Jahr führen wird.

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Alma Zadic

Die Rechtsanwältin Alma Zadic, die von Peter Pilz in die Politik geholt worden ist und in der vorigen Legislaturperiode für die Liste Jetzt im Nationalrat saß, wechselte vor der Wahl zu den Grünen und saß auch für diese jetzt im Sondierungsteam. Sie könnte eine Zuständigkeit, wie auch immer diese aussehen wird, für das Themengebiet der Integration übernehmen.

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Rudolf Anschober

Der oberösterreichische Landesrat, der ebenfalls für die Grünen am Sondierungstisch saß und mit seiner „Ausbildung statt Abschiebung“-Initiative viel Zuspruch erhielt, könnte ebenfalls Integrationsagenden übernehmen, das wäre naheliegend. Allerdings ist unklar, ob er nach Wien wechseln wird und möchte – und Integration alleine ist auch noch kein Ressort. Es soll demnach aber auch die Überlegung geben, ob es vielleicht eine Zusammenlegung aus Bildung und Integration geben könnte. Damit würde Bildung und Wissenschaft getrennt.

Grüner Landeschef Oberösterreich Rudi Anschober pflanzt einen Baum.
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Gernot Blümel

Der ÖVP-Wien-Chef und langjähriger Vertrauter von ÖVP-Chef Kurz, Gernot Blümel, gilt als wahrscheinlicher nächster Finanzminister . Da den Grünen vermutlich aber neben Umwelt und Sozialem noch ein drittes Ressort zugesprochen werden könnte, ist auch das Finanzressort ein Thema. Gefordert wurde es etwa vom Innsbrucker grünen Bürgermeister Georg Willi. Dass die ÖVP dieses aus der Hand gibt, ist aber eher unwahrscheinlich. Gehandelt wurde zunächst auch Ex-Finanzminister Hartwig Löger, doch dieser hat sich selbst aus dem Rennen genommen. Er werde wieder in die Privatwirtschaft zurückkehren, gab er bekannt.

Der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel
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Heinz Faßmann

Er war der letzte Bildungsminister unter Schwarz-Blau. Und er könnte es auch bleiben, wenn auch, sollte tatsächlich Bildung und Integration zusammengelegt werden, dann nur noch als Wissenschaftsminister . Die Grünen stehen ihm aber skeptisch gegenüber.

Faßmann
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Thomas Starlinger

Während sich um Ministerin wie das Finanzressort wohl gestritten wird, ist das Verteidigungsministerium wohl eines, das keiner will. Die Pleite beim Heer und die Debatte um die Eurofighter sind keine angenehmen Themen. Als mögliche Lösung wird Übergangsminister Thomas Starlinger gehandelt, der dem Ressort treu bleiben könnte.

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Clemens Jabloner

Der Übergangsminister für Justiz , Clemens Jabloner, wird ebenfalls als möglicher „Bleibe-Kandidat“ gehandelt, der es von der Übergangsregierung in eine mögliche türkis-grüne Regierung schaffen könnte. Für die Grünen wäre er wohl eine akzeptable Lösung, allerdings soll ihm Sebastian Kurz eher kritisch gegenüberstehen, da er als Vertrauensmann der SPÖ gilt.

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Wolfgang Peschorn

Immer wieder wird auch Übergangs-Innenminister Wolfgang Peschorn als möglicher weiterer Innenminister gehandelt.

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Elisabeth Köstinger

Die Kurz-Vertraute war bereits Landwirtschaftsministerin unter Schwarz-Blau. Dass sie bleiben wird, ist klar. Sollte sie jedoch nicht mehr das Landwirtschaftsministerium übernehmen, könne es auch das Verkehrsministerium werden, sollte dieses nicht in einem grünen Superministerium aufgehen.

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Andreas Pilsl

Der oberösterreichische Landespolizeidirektor Andreas Pilsl wurde unter der türkis-grünen Koalition in Oberösterreich installiert, es ist also jemand auf den sich ÖVP und Grüne bereits einmal verständigt haben. Auch er gilt als möglicher Innenminister , mit dem beide Parteien leben könnten.

Andreas Pilsl
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Margarete Schramböck

Die ehemalige Wirtschaftsministerin gilt fix als wieder gesetzt für die nächste Regierungsperiode der ÖVP.

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Alexander Schallenberg

Der Außenminister unter Übergangskanzlerin Brigitte Bierlein, Alexander Schallenberg könnte ebenfalls bleiben und das Außenamt auch weiterhin leiten.

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Peter Launsky-Tieffenthal

Auch dem ehemalige Regierungssprecher der türkis-blauen Koalition werden beste Chancen auf den Posten des Außenministers nachgesagt.

Peter Launsky-Tieffenthal
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Lothar Lockl

Lothar Lockl ist Politik- und Kommunikationsstratege. Er war zehn Jahre lang Sprecher von Global 200 und führte Alexander Van der Bellen 2016 als Wahlkampfleiter zum Sieg bei der Bundespräsidenten-Wahl. Immer noch ist er als externer Berater für das Staatsoberhaupt tätig. Sein Name fällt immer wieder im Zusammenhang mit möglichen grünen Ministerposten.

Lothar Lockl
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Monika Langthaler

Monika Langthaler saß in den 90er-Jahren für die Grünen im Nationalrat und ist eine Ökologin sowie seit 2000 bereits in der Privatwirtschaft tätig. Sie leitet und organisiert seit 2017 die internationale Klimakonferenz R20 Austrian World Summit in Wien. Sie gilt ebenfalls als Anwärterin auf einen Ministerposten.

Monika Langthaler
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