Moderne, kompakte Architektur in Wien:
Minimalistisches Design, neue Baukonzepte

Formsprachen in der Stadt gewachsen und erwünscht Die drei herausragendsten Projekte der letzten Zeit

Moderne, kompakte Architektur in Wien:
Minimalistisches Design, neue Baukonzepte

Die Stadt Wien freut sich über das innovative Potenzial moderner städtischer Architektur. Dabei richte man die Aufmerksamkeit vor allem auf kleine Bauvorhaben, da besonders diese das Erscheinungsbild einer Stadt ausmachten, betonte Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Mittwoch im Rahmen einer Medienfahrt, bei der drei ausgewählte, erst kürzlich realisierte Bauten "abseits internationaler Hochglanzprojekte" präsentiert wurden.

"Neue Formensprachen sind in einer über 2.000 Jahre gewachsenen Stadt erwünscht und notwendig", so Schicker. Als Beispiel für innovativen Wohnbau wurden drei benachbarte Liegenschaften im 20. Bezirk genannt, von denen ein Gebäude aus der Gründerzeit (Streffleurgasse 4) renoviert wurde, zwei (Wasnergasse 31 /Karajangasse 10) indes völlig neu entstanden sind. Durch Glasfassaden bzw. die schräge Ausrichtung der Glaswände zwischen Loggia und Wohnraum soll möglichst vielen Bewohnern der insgesamt 65 Mieteinheiten ein Blick auf den nahe gelegenen Augarten ermöglicht werden.

Belebung abgewohnter Viertel
Das Objekt, für dessen Konzeption das Architekturbüro P. Good Architekten verantwortlich zeichneten, versteht sich laut Planern "als Anstoß zur Entwicklung des derzeit etwas abgewohnten Viertels". Das Projekt Karajangasse bietet seinen Bewohnern zudem eine im gesamten zweiten Dachgeschoß untergebrachte Gemeinschaftsterrasse, die auch als großzügiger Kinderspielraum genutzt werden kann.

Altes und Neues
Als herausragende Leistung in Sachen Büroplanung gilt laut Stadtplanung etwa der Ende 2006 fertiggestellte Umbau der ehemaligen Bilderhauerschule im Areal des Oberen Belvedere. Unter Rücksichtnahme auf die historische, denkmalgeschützte Bausubstanz wurde hier der Ausbau des Dachgeschoßes sowie die Neugestaltung des geschichtsträchtigen Stiegenhauses und Vestibüls unternommen. Die konsequente Orientierung der Arbeitsplätze zum Belvederegarten hin sei ein wesentlicher Faktor bei der Planung gewesen, hieß es von Mikado Architects, die mit dem Umbau betraut waren.

Gute Ideen
Unter den zeitgenössisch designten Geschäften wurde die Verkaufsfläche des Interieurlokals "das möbel - das geschäft" im sechsten Bezirk (Gumpendorferstraße) als Beispiel innovativer Architektur erwähnt. Während man straßenseitig einen großen Schauraum für die insgesamt rund 300 Einrichtungsobjekte schuf, wurde im hinteren Bereich die ursprüngliche Altbauwohnungsstruktur beibehalten. "Die wesentliche Aufgabe für uns bestand im Zurücknehmen und Entkernen des alten Bestands, um die gezeigten Möbel entsprechend gelten zu lassen", so das verantwortliche Architekturbüro RAHM. Einziger Blickfang sei ein modern gestaltetes Treppenelement, das alle drei Präsentationsflächen miteinander verbindet.

Architekturschau
Alle drei ausgewählten Objekte sind auch in der "gebaut 2006", einer seit Mitte Mai laufenden Ausstellung der architektonischen Begutachtung im Gebäude der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung), vertreten. Auf Initiative der Stadt Wien wird ab 5. September 2007 außerdem die Schau "Young Viennese Architects" in der Kunsthalle zu sehen sein. (apa/red)