Mobiltelefonie von

In 11 Fragen zum
besten Handytarif

Mobiltelefonie - In 11 Fragen zum
besten Handytarif © Bild: iStockPhoto.com

Das Dickicht im Tarifdschungel der Handytarife ist verwuchert wie eh und je. In den letzten Monaten haben besonders Bestandskundenangebote an Bedeutung dazugewonnen, weshalb ein Wechsel gut überlegt sein will. Wir haben Maximilian Schirmer, Geschäftsführer von tarife.at, nachgefragt, wie man zum besten Tarif kommt.

1. Früher galt im weitesten Sinne: Ein Smartphone ohne Vertragsbindung und freie Tarifwahl ist langfristig gesehen deutlich günstiger als das gleiche Gerät mit Vertragsbindung bzw. mit Verlängerung. Gilt das heute auch noch?
Grundsätzlich stimmt das immer noch – unseren Daten zufolge ist es aktuell in 70% der Fälle günstiger, Handy und Vertrag getrennt voneinander zu beziehen (Ende 2016: 72%). In den anderen 30% der Fälle wäre es günstiger, das gewünschte Handy im Zuge einer Vertragsanmeldung oder -verlängerung zu erwerben. Aber: Das günstige Handy wird durch eine höhere monatliche Grundgebühr erkauft. Wenn man länger bleibt als die vorgesehene Mindestvertragslaufzeit (i.d.R. 24 Monate), zahlt man weiterhin die hohe Grundgebühr. Bleibt man also etwa 3 Jahre bei einem teureren Tarif, ist das vermeintliche Schnäppchen doch teurer, als hätte man das Smartphone getrennt gekauft und einen günstigeren Tarif genommen.

2. Klassisches Fallbeispiel für das neueste iPhone (Standardausführung). Wie/Wo bekäme man als Interessent das Gerät am günstigsten?
Für Power-User mit 1.500 Minuten, 500 SMS und 20GB Datenvolumen wäre der Anbieter „yesss“ mit dem Tarif „yesss! Complete XXL“ am günstigsten. Der Tarif kostet 14,29€ pro Monat – das iPhone kauft man sich um aktuell etwa 925€ selbst. Die Gesamtkosten auf 2 Jahre betragen hier rund 1.258€. Der erste Tarif, der das Smartphone inkludiert, würde hingegen 29,9€ pro Monat kosten, und das iPhone bei diesem Tarif immer noch 779€. Das entspricht Gesamtkosten von 1.556€. Die Ersparnis beträgt also hier bereits 300€ in 2 Jahren. (Vergleich: Siehe hier)

Bei 500 Minuten, 500 SMS und 10GB wäre „spusu“ mit dem „12000 Jahrestarif“ am günstigsten. Der Tarif kostet 9,91€ pro Monat, das iPhone kauft man wieder um 925€ selbst im Geschäft. Auf 2 Jahre gerechnet ergeben sich Effektivkosten von 47,68€ pro Monat. Der erste Vertragstarif wäre der Tarif „Optimal L“ von Drei um effektiv 59,65€ pro Monat, die Ersparnis in 2 Jahren beträgt hier 287€. ( Siehe auch hier)

Reichen 200 Minuten, 50SMS und 5GB wäre spusu mit dem „08/2020 Jahrestarif“ die günstigste Wahl, wieder ohne iPhone, das man um 925€ eigens kauft. Die Effektivkosten betragen dann 45,38€ pro Monat. Der günstigste Tarif mit dem iPhone wäre abermals der „Optimal L“ von Drei, mit Effektivkosten von 59,65€. In 2 Jahren spart man hier sogar 342,48€. (Siehe hier)

Im Video: Digital Detox - 9 Tipps

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3. Gibt es so etwas wie das punktuell beste Angebot für einen Handytarif? Oder ist das immer im Kontext der Vorgeschichte des Nutzers zu betrachten?
Aus der Vorgeschichte des Nutzers nicht wirklich, der aktuelle Vertrag ist aber durchaus relevant. Natürlich haben Mobilfunker kein Interesse daran, Kunden zu verlieren – und so ist es durchaus üblich, dass man im Zuge einer Kündigung doch noch ein besseres Angebot bekommt, das so nicht öffentlich ersichtlich ist.

Abgesehen davon sind insbesondere die Tage rund um Ostern (siehe hier) sowie die (Vor-) Weihnachtszeit ein sehr guter Zeitpunkt, sich nach neuen Tarifen umzusehen. Kinder- und Jugendtarife werden meistens rund um den Beginn eines neuen Schul- oder Universitätsjahres im August neu aufgelegt. Die Wochen und Monate vor einem vorhersehbaren Wechsel des Tarifportfolios wie Februar sowie September/Oktober (für Erwachsene) sollte man eher meiden. Auch der Hochsommer ist üblicherweise eine ruhige Zeit ohne Verkaufsschlager. Ausnahmen sind natürlich immer möglich, bei über 30 Mobilfunkern am Markt gibt es eigentlich ständig neue Angebote.

In den letzten Monaten haben Bestandskundenangebote massiv an Bedeutung gewonnen – der Grund liegt unter anderem auch darin, dass durch die Zukäufe von Tele2 (durch Drei) und UPC (durch Magenta) nun alle 3 großen Marken (A1, Magenta, Drei) ein sehr breites Produktspektrum anbieten können (man spricht in der Branche von „konvergenten Anbietern“, Anm.) . Wer also etwa bereits einen Internetvertrag bei einem Anbieter hat, bekommt einen Rabatt auf Handytarife, die ebenfalls in diesem Haushalt angemeldet sind (nicht zwangsläufig nur auf diese Person!). Ebenso gibt es bei manchen Anbietern das umgekehrte Spiel – wer bereits einen oder mehrere Handyverträge im Haushalt hat, bekommt das Internet günstiger. Damit erreicht man Ersparnisse von bis zu 14€ pro Monat und Vertrag. Auch kleinere Anbieter wie SIMfonie (Wien Energie), Tchibo oder Kabelplus (Niederösterreich / Burgenland) haben derartige Bestandskundenangebote. Nutzer können auf tarife.at angeben, welche Verträge sie bereits haben, dann berücksichtigen wir diese Rabatte automatisch.

4. Was spricht generell für ein Smartphone ohne Vertragsbindung (und freie Tarifwahl)?
Das Smartphone selbst zu kaufen hat zwei grundlegende Vorteile. Erstens führen in den meisten Fällen nur 3 oder 4 Mobilfunkanbieter das gewünschte Handy, wodurch man auch in der Auswahl der Tarife sehr eingeschränkt ist. Insbesondere günstigere Diskonter wie HoT, spusu, yesss! etc. bieten häufig keine Smartphones an – diese Optionen nimmt man sich also selbst, wenn man das Smartphone unbedingt vom Anbieter möchte.

Der zweite große Vorteil ist, dass schneller auf Marktveränderungen reagiert werden kann. Wer das Smartphone mit einem Tarif abschließt, ist im Regelfall 2 Jahre gebunden. Wenn es bessere Tarife gibt, man mehr Datenvolumen braucht etc., ist man dennoch an seinen Vertrag fixiert. Kaufe ich das Smartphone selbst und schließe einen Vertrag oder eine Wertkarte ohne Bindung ab, kann ich jederzeit meinen Tarif oder sogar meinen Anbieter wechseln.

5. Was spricht generell für ein Provider-Paket (Smartphone plus Tarif)?
Wie bereits anfangs erwähnt, in rund 30% der Berechnungen auf tarife.at der Preis.

Ein weiterer Vorteil ist die kostenlose Ratenzahlung, die alle größeren Provider anbieten – ich zahle also den gleichen Betrag, egal ob ich das Handy sofort bezahle, oder es auf 12 oder 24 Monate aufteile. Wer aber das iPhone XS im Elektrohandel kaufen möchte, muss dafür über 1.000€ auf der hohen Kante haben. Wer das nicht hat, muss eine Finanzierung durch den Verkäufer (MediaMarkt, Saturn, etc.) nutzen, oder einen Mikrokredit bei der Bank aufnehmen. Je nach Shop oder Bank beträgt der effektive Zinssatz üblicherweise zwischen 10-15% p.a. Dadurch entstehen bei einem teureren Smartphone schon einmal Finanzierungskosten von mehreren hundert Euro, die bei einem Provider-Paket nicht anfallen. (Wie sinnvoll es ist, für ein neues Spitzengerät einen Kredit aufzunehmen, ist natürlich eine berechtigte Frage.)

6. Worauf sollte man achten, wenn man eine Vertragsverlängerung eingeht?
Eine Vertragsverlängerung zu den gleichen Konditionen ist in den seltensten Fällen eine schlaue Idee – meistens fährt man besser, wenn man auf einen der aktuellen Tarife wechselt, die üblicherweise mehr Datenvolumen inkludieren. Generell ist es aber nach wie vor bei den meisten Anbietern so, dass Neukunden bessere Konditionen erhalten, als es bei einer Vertragsverlängerung der Fall ist. Man sollte also vor einer Verlängerung auf jeden Fall die Neukundenangebote des eigenen Anbieters kennen und vergleichen. Steigt man schlechter aus als ein Neukunde, sollte man nachverhandeln und im Gespräch ruhig mal den Begriff „Kündigung“ fallen lassen.

7. Wie oft sollte man kontrollieren, ob man noch einen günstigen Vertrag hat bzw. ob man nicht schon bessere Konditionen herausverhandeln kann?
Wenn man einen Vertrag mit Bindung abgeschlossen hat, ist der Spielraum ohnehin begrenzt – wenn, dann erlauben Mobilfunkanbieter hier nur einen Wechsel zu einem teureren Tarif, oft auch nur unter einer neuerlichen Bindung von weiteren 24 Monaten. Hat man noch 6 Monate Bindung und wechselt den Tarif, addiert sich das bei manchen Anbietern sogar auf 30 Monate.

Ist das Ende der Bindefrist absehbar, oder hat man gar keine Bindung, wird es spannender. Bei über 30 Mobilfunkanbietern ist ständig Bewegung am Markt, sodass sich die Tariflandschaft binnen weniger Monate komplett drehen kann. Manche Anbieter bringen monatlich neue Tarife auf den Markt, im Regelfall aktualisieren Mobilfunker ihre Angebote aber 1-2x im Jahr nennenswert. Auch wenn ein Tarifvergleich in wenigen Sekunden erledigt ist, muss man es natürlich nicht zur täglichen Routine ernennen. Einmal im Quartal einen Vergleich zu machen – insbesondere rund um Ostern und im Dezember – finde ich aus Aufwand/Nutzen-Sicht sinnvoll.

8. Wann ist der beste Zeitpunkt, um seinen Handytarif zu wechseln?
Wie bereits erwähnt, sind insbesondere Ostern und die Vorweihnachtszeit absolute Klassiker für neue Handytarife. Für Kinder und Jugendliche sind zusätzlich die Angebote zum Schul- oder Universitätsanfang sehr interessant.

Bei den Handypreisen ist es ähnlich – sobald neue Modelle eines Anbieters auf den Markt kommen, werden die bisherigen Geräte günstiger. Neue Geräte werden oft auf großen Elektronikmessen im Herbst vorgestellt, Apple etwa stellt seine iPhones gerne im September vor. Zu Weihnachten gibt es die bekannten Rabattschlachten im Einzelhandel. Generell haben Spitzengeräte einen massiven Preisverfall – je nach Gerät sinkt der Neupreis innerhalb von nur 6 Monaten um bis zu 39%.

9. Wo lauern die größten Gefahren bei der Wahl des richtigen Handytarifs?
Wichtig ist, eine informierte Entscheidung zu treffen. Wer in einen Handyshop geht, ohne Vorstellung von dem, was er eigentlich braucht und möchte, wird selten gut aussteigen. Man sollte grob wissen, wie der monatliche Verbrauch aussieht und wie man das Handy nutzt. Dafür reicht schon ein Blick auf die monatliche Rechnung, auf der die verbrauchten Minuten/SMS/Datenvolumen aufgeschlüsselt sind. Kritisch ist etwa das Thema „Roaming“ – also die Nutzung des Handys außerhalb Österreichs. Manche Anbieter sperren Roaming gänzlich, andere bieten weniger Roaming-Datenvolumen als marktüblich. Wer sich kaum im Ausland aufhält, hat damit vermutlich weniger Probleme als ein Vielflieger. Natürlich werben Mobilfunker nicht mit derartigen Einschränkungen – seriöse Vergleichsportale zeigen sie aber selbstverständlich an oder bieten die Option, solche Tarife direkt auszublenden.

Wer weiß, welche Leistung der Tarif bieten muss, welches Handy er gerne hätte und welche Ausschlusskriterien er hat, wird in der Regel eine gute Wahl treffen. Idealerweise sollte er dabei möglichst alle Anbieter berücksichtigen, und sich nicht nur auf die ihm seit langem bekannten Anbieter fixieren.

10. Welchen Handy-Tarif sollte man derzeit für sein Kind abschließen?
Das sollte man davon abhängig machen, wie alt das Kind gerade ist. Im Kinderalter sollte das Hauptaugenmerk als Elternteil darauf liegen, für das Kind erreichbar zu sein und es auch selbst bei Bedarf kontaktieren zu können. Nur die wenigsten wollen, dass es in dem Alter den ganzen Tag am Smartphone hängt. Hier wäre etwa der Tarif „spusu Kids“ in der engeren Auswahl: 100 Minuten, 50 SMS und 1 Gigabyte Datenvolumen im Netz von „Drei“ um 3,90€ pro Monat, ein höherer Verbrauch kann über die spusu Kostenkontrolle verboten werden. Der Tarif inkludiert kein Handy, weshalb man beispielsweise das Samsung Galaxy A50 um etwa 270€ dazu kaufen könnte. Auf 2 Jahre gerechnet entstehen dadurch Gesamtkosten von 366€, oder 15,28€ pro Monat.

Im Jugendalter des Kindes würde auch dessen Datenverbrauch massiv ansteigen – die Gründe dafür heißen Instagram, Snapchat, YouTube oder Netflix. Gleichzeitig wird es auch einen gesteigerten Wert auf hübsche Selfies legen, weshalb ein Smartphone mit besserer Kamera für den Hausfrieden unabdingbar ist. Hier könnte man etwa zum Tarif yesss! „Complete L Pro“ im A1-Netz greifen: 10 Gigabyte Datenvolumen und 1.500 Einheiten, die beliebig für Telefonie oder SMS verwendet werden können – um monatlich 9,79€. Auch hier sollte man das Smartphone selbst kaufen – aufgrund der aktuellen Unsicherheiten bezüglich Huawei das Samsung Galaxy S10 um etwa 668€. In den ersten 2 Jahren entstehen dadurch Gesamtkosten von etwa 893€, oder 37,21€ pro Monat.

11. Wie hat sich Verschlucken von UPC durch Magenta auf den Handymarkt ausgewirkt?
Bei einem Markt mit dermaßen vielen Anbietern ist es schwierig, Marktveränderungen auf ein bestimmtes Ereignis herunterzubrechen – insbesondere, da die Fusion seit längerer Zeit bekannt war und die Anbieter ihre Änderungen über viele Monate streuen konnten.

Wirklich unmittelbar sehen wir aus zwei Gründen einen deutlich stärkeren Fokus aller großen Anbieter auf Bestandskundenangebote: Einerseits kann Magenta jetzt ein deutlich größeres Produktportfolio anbieten und hat dadurch natürlich Interesse, unterschiedliche Produkte pro Haushalt zu verkaufen – früher war es im Bereich Internet für Zuhause stark eingeschränkt. Andererseits haben Mitbewerber geringeres Interesse daran, dass ihre Kunden zu einem Mitbewerber abwandern, und möchten sie dadurch stärker an sich binden – auch dafür sind Bestandskundenangebote sehr gut geeignet.

Ebenso hat Magenta sich stärker im Premium Bereich positioniert und als erster Anbieter „5G-Ready“ Handytarife mit Internet-Flatrate auf den Markt gebracht, die als einer der ersten Tarife das 5G Netz nutzen werden können, das sich derzeit im Aufbau befindet. Hier hat A1 reagiert und vergleichbare Tarife auf den Markt gebracht. Aus Konsumentensicht würde ich die Auswirkungen auf den Markt aber nicht überbewerten, dafür ist er zu fragmentiert.

© Harald Lachner

Zur Person: Maximilian Schirmer ist Geschäftsführer von tarife.at. Das Portal hat sich auf den österreichischen Mobilfunk- und Telekommunikationsmarkt spezialisiert und ist, mit rund 350.000 Besuchern monatlich, Österreichs größtes Vergleichsportal in diesem Bereich.

Kommentare

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Roland Mösl

Spusu hat jetzt auf mehr GB im EU Roaming. Meine beiden Töchter haben Spusu 11100 und kommen nur selten über 10 GB, macht nichts, weil das angesparte Guthaben 22 GB ist.

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