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Telekom klagt Schieszler

Ex-Finanzvorstand soll zwei Millionen Euro Schadenersatz zahlen

Schieszler © Bild: APA/Fohringer

Nach dem Lobbyisten Peter Hochegger klagt nun auch die Telekom Austria den früheren Telekom-Finanzvorstand Peter Schieszler. Die Telekom fordert vom nunmehrigen Kronzeugen im Telekom-Prozess zwei Millionen Euro Schadenersatz, berichtet die Tageszeitung "Die Presse" (Samstagausgabe). Eine außergerichtliche Einigung sei offenbar nicht möglich gewesen.

Schieszler-Anwalt Stefan Prochaska zeigte sich laut dem Bericht von der Klage überrascht und fand es "bemerkenswert, dass die Telekom als erstes einen Mann klagt, der aufgedeckt hat.“

"Wir sind schon aus aktienrechtlichen Gründen verpflichtet, von allen betroffenen Ex-Vorständen Schadenswiedergutmachung zu fordern“, wird Telekom-Sprecher Peter Schiefer zitiert. Grundsätzlich strebe man dabei aber, wenn möglich, Vergleiche an. Doch aus der Einigung ist nichts geworden, geht laut Bericht aus der Klage hervor.

Die Telekom stellt sich in ihrer Klage auf den Standpunkt, dass Schieszler zivilrechtlich zur Verantwortung zu ziehen sei, "da auch er alle diese Schäden der Klägerin schuldhaft mitverursacht hat.“ Und zwar einerseits „durch die vorsätzliche Mitwirkung an der Kursmanipulation im Jahr 2004“, andererseits aber auch dadurch, „dass er nicht bereits während seiner Vorstandstätigkeit (...) den Sachverhalt offengelegt und aufgeklärt hat.“

Aus diesem Sachverhalt werden zwei Millionen Euro Schadenersatz geltend gemacht - "ein kleiner Teilbetrag der von der beklagten Partei (mit)verursachten Schäden“, wie es in der Klage heißt.

Kommentare

Oliver-Berg
Oliver-Berg melden

Schieszler war und das weiss jeder in der Telekom, der in der Rechtsabteilung sitzt der Mann fürs Grobe von Fischer. Ohne Schieszler wären die Schweinereien nie aufgedeckt worden. Strafrechtlich ist er fein raus, aber zivilrechtlich wird es Zeit, dass man an solchen Gaunern Ex-Vorstandsmitgliedern ein Exempel statuiert, damit andere gar nicht auf die Idee kommen.

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Ich glaube Ihr Schluss ist falsch. Man kann der
Kronzeugenregelung grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen, aber wenn man sie haben will, wird das Ganze sinnfrei, wenn der Kronzeuge anschließend zivilrechtlich ruiniert werden kann, denn dann wird sie in Zukunft nicht mehr funktionieren, weils keiner mehr macht. Also entweder oder.

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