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Kritik an teuren Frequenzen – Kunden zahlen die Rechnung

Drei-Chef nennt Preis „absurd hoch“ – T-Mobile braucht zehn Jahre für Finanzierung

Mobilfunk - Kritik an teuren Frequenzen – Kunden zahlen die Rechnung © Bild: imago stock&people

Der Chef von Drei (Hutchison), Jan Trionow, bestätigte, dass der im internationalen Vergleich hohe Preis für die Mobilfunkfrequenzen am Schluss beim Kunden hängen bleiben werde. "Die Aussage 'Der Konsument zahlt die Zeche' ist im Prinzip richtig", so Trionow am Dienstag im Gespräch mit der APA. Ob das allerdings über den Tarif oder über Service- bzw. Netzqualität erfolgen wird, werde der Wettbewerb zeigen.

Man werde die "Kosten reinholen müssen", erklärte Trionow. Das könnte einerseits über "nicht so attraktive Preise wie sonst" oder über einen sparsameren - und damit langsameren - Netzausbau passieren. Drei werde auch weiterhin ein abgestuftes Tarifsystem verfolgen. Nach dem Motto: Höherer Preis für mehr Bandbreite. Im teuersten Drei-Tarif sei der neue, schnellere Datenstandard LTE schon berücksichtigt.

Trionow geht davon aus, dass der Wettbewerb unter den drei verbleibenden Mobilfunkanbietern Telekom Austria, T-Mobile und Drei hart bleiben wird. "Das hat auch die Auktion bewiesen". Mit den nun ersteigerten Frequenzen und denen aus der Übernahme von Orange sei man in einer guten Position, dass sich Marktanteile "zugunsten von uns" verschieben.

„Absurde Kosten“

Die Summen, die Telekom Austria und T-Mobile auf den Tisch legten, seien "absurd", sagte Trionow, der schon gestern in einer Aussendung meinte, mit einem "blauen Auge davon gekommen zu sein". Die 330 Mio. Euro, die Drei zahlt, seien günstig. "Ich möchte mit keinem meiner Mitbewerber tauschen", erklärte der Manager heute.

Aufgrund des verhältnismäßig niedrigsten Preises werde die Frequenzauktion keine unmittelbaren Konsequenzen beim Mitarbeiterstand haben, so Trionow.

Infografik zur Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen.
© APA/Martin Hirsch

T-Mobile: Auktion könnte zu Mitarbeiterabbau führen

Der Chef von T-Mobile Österreich, Andreas Bierwirth, stellte - nach aus seiner Sicht "aberwitzigen Auktion" - einen Mitarbeiterabbau in den Raum. Der Preis für die Mobilfunklizenzen werde den Kostendruck erhöhen, sagte Bierwirth am Dienstag gegenüber der APA. Die Mitarbeiterzahlen seien in der heimischen Mobilfunkbranche bereits nach unten gegangen. "Die Auktion wird nicht zu einer Stabilisierung führen", so Bierwirth.

Ob der im internationalen Vergleich hohe Preis für die Lizenzen auch zu höheren Tarifen führen wird, werde der Wettbewerb entscheiden, erklärte der Chef der Deutschen-Telekom-Tochter in Österreich. Aus Bierwirths Sicht könnte die Auktion "ein Wendepunkt" in der Preisgestaltung sein. Es sei paradox, dass gerade in dem Land mit den niedrigsten Mobilfunk-Preisen die Lizenzen am Teuerersten seien. "Das wird sich auch auf die Kunden auswirken", prognostizierte er.

Zehn Jahre notwendig um Geld zu verdienen

Bierwirth plagen nach der Auktion vor allem zwei Sorgen: Er befürchtet erstens, dass der schnellere Datenstandard LTE nun verzögert umgesetzt wird. International zeige sich: "Umso teurer die Frequenzen, desto langsamer wird das Netz ausgebaut", sagte Bierwirth. T-Mobile würde zehn Jahre brauchen, um die 654 Mio. Euro alleine aus dem Cashflow zurückzuzahlen, rechnete Bierwirth vor. Darin noch nicht eingerechnet: Die Netz-Investitionen, die sich in den nächsten zwei bis drei Jahren auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen würden.

Zweitens ist laut Bierwirth wegen des Auktionsverfahrens auch die Konzernspitze der Deutschen Telekom alarmiert. "Wenn das Schule macht, wäre das eine Bedrohung für die Branche." Das Problem: Die Bieter hätten nicht für bestimmte Frequenzen geboten, sondern gegen einen kompletten Unternehmensverlust. Dieses Risiko habe die Regulierungsbehörde RTR bewusst herausgearbeitet, lautet der Vorwurf von Bierwirth. Er sei froh, genau die Frequenzen erhalten zu haben, die man wollte.

Ziel von T-Mobile sei es, den Marktanteil in den nächsten Jahren zu halten. Bei den Konkurrenten erwartet Bierwirth aufgrund der Auktion, dass sich Marktanteile von Drei zu A1 (Telekom Austria) verschieben könnten. Die Telekom habe zu viel gekauft, so seine Erklärung dafür.

Handytarife dürften teurer werden

Nach der Auktion von Mobilfunkfrequenzen, die dem Staat Österreich mehr als zwei Milliarden Euro in die Kassen spült, gehen Analysten und Experten davon aus, dass die Handytarife teurer werden. "Am Schluss zahlen das alle Konsumenten", sagte eine Analystin am Dienstag zur APA. Auch der Netzausbau mit dem schnelleren Mobilfunkstandards LTE koste nochmals Geld. Die Mobilfunker hingegen geben sich, was die Handytarife betrifft, bisher zurückhaltend.

Alle drei Mobilfunkanbieter äußerten Kritik an dem im internationalen Vergleich sehr hohen Preis, den sie zuvor mit ihren Geboten in die Höhe getrieben hatten. Für die Telekom Austria (TA) und T-Mobile sind die Versteigerungsregeln der Regulierungsbehörde RTR Schuld an der "Preisexplosion". Drei-Chef Jan Trionow sprach gestern in einer Aussendung von einem "Desaster für die Branche".

Kommentare

6 Millionen Kunden zahlen 10 Jahre lang 3 EUR pro Monat für die 2 Milliarden Verssteigerung.

Der Staat kassiert dafür 2 Mrd. und niemand merkt etwas davon!
Wahrscheinlich wandert das viele Geld sofort über den EMS zu den Schuldenländern statt es im eigenen Land zu investieren um Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen.

Super! Die Konzerne verzichten einmal auf Preisabsprachen bei der Ersteigerung! Allerdings nur um hinterher Argumente zu haben warum die Standardtarife plötzlich 200% teurer sind als bisher!

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