Mobiler Dimensionssprung von

Toshiba spielt 3D

Satellite P755 3D: Kann die Performance des Notebooks alle Dimensionen stemmen?

  • Bild 1 von 6 © Bild: Toshiba

    Toshiba Satellite P755 3D Eckdaten

    Bildschirm: 17,3 Zoll Full HD 3D Display, 120 Hz (1.920 x 1.080 Pixel)

    Prozessor: Intel Core™ i7-2630QM (Taktfrequenz: 2,0 GHz)

  • Bild 2 von 6 © Bild: Toshiba

    Grafikprozessor: NVIDIA GeForce GT 540M (2.048 MB DDR3 VRAM)

    Speicher: 8 GB DDR3 RAM

    Festplatte: 2x 750 GB S-ATA (5.400 U/min)

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Nach diesem Motto dürfte Toshiba mit dem Satellite P755 3D gehandelt haben. Einerseits wird das Notebook dem jahrelangen Trend gerecht, dass Konsumenten zuhause ein Desktop-Replacement, also mobile Hardware gegenüber Desktop-PC, bevorzugen. Andererseits will es ebenso dort überzeugen, wo die Unterhaltungsindustrie seit einiger Zeit auf Biegen und Brechen (wieder) hinsteuert: In die Welt der stereoskopischen 3D-Darstellung. NEWS.AT hat sich den neuen 17-Zöller genauer angesehen.

In seiner Eigenschaft als Desktop-Ersatz ist dieses Satellite-Modell recht massiv geraten. Bei einem Kampfgewicht von rund drei Kilo und einer geringen Akkulaufzeit von knapp unter drei Stunden ist das Gerät nur insofern als mobil zu bezeichnen, als dass es überall aufgestellt werden kann, wo sich auch eine Steckdose befindet. Das ist kein Kritikpunkt, sondern sollte nur ins Bewusstsein rufen, dass das P755 eher der Sorte Hardware-Monster zuzuordnen ist. Prinzipiell kann man auch von einer soliden Verarbeitung reden: Das Testgerät verfügt über geringe Spaltmaße, und eine hohe Verwindungssteifigkeit trifft zumindest auf die Recheneinheit zu. Möchte man auf hohem Niveau jammern, so könnte man anmerken, dass Display- und Tastaturrahmen eine Hochglanzoptik spendiert bekamen, die Fingerabdrücke genau "dokumentiert". Immerhin wurde der Display-Rückseite ein schwarzes Design mit strukturiertem Linienmuster verpasst, um genau das zu vermeiden.

Erstes wirklich außergewöhnliches Merkmal des P755 3D ist das Display. Um den Anforderungen von Nvidia 3D Vision - also der standardisierten 3D-Technik - gerecht zu werden, hat es eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Angenehmer Nebeneffekt: Die Augen werden auch im normalen 2D-Betrieb mit einem angenehm ruhigen und scharfen Bild verwöhnt. Wie bei den meisten Multimedia- bzw. Gamer-Notebooks nervig: Mit spiegelnder Oberfläche ist bei der Verwendung des P755 3D in heller Umgebung dennoch ein wenig Geduld an den Tag zu legen. Die maximale Auflösung 1.920x1.080 Pixel rundet wiederum das Blu-ray-Laufwerk als sinnvolles Schmankerl ab.

Ein Königreich für eine Maus
Die Eingabe des Satellite-Neulings ist ein wenig durchwachsen. Durch den Umstand eines inkludierten Ziffernblocks bleibt weniger Platz für die eigentliche Tastatur. Im Gegensatz zum schwammigen Tastenhub kann man sich daran aber rasch gewöhnen. „Arbeitstiere“ werden mit dieser Lösung jedenfalls nicht wirklich glücklich. Fairerweise muss man anmerken, dass das Notebook darauf auch nicht ausgelegt ist. Immerhin wurde die Klaviatur insofern auf das dunkelheitsliebende Display abgestimmt, als dass sie eine Beleuchtung spendiert bekam.

Das Touchpad mit Multitouch konnte mit akkuratem Erfassen der Fingerbewegungen und angenehm knackigen Buttons punkten. Was sich für die alltägliche Routine noch als gelungener Mausersatz entpuppt, stellt aber für Gaming ein absolutes No-Go dar. Gerade in seiner Neigung als Spiele-Notebook hätte es dem P755 3D daher nicht geschadet, wenn Toshiba noch eine Gamer-Maus ins Bundle packt. Das wäre jedenfalls sinnvoller gewesen als die beiliegende Scheckkarten-Fernbedienung. Und nebenbei bemerkt bei einem Preis von stattlichen 1660 Euro auch nicht wirklich zuviel verlangt.

Dritte Dimension erfordert Fingerspitzengefühl
Den relativ hohen Preis hat sich Toshiba natürlich nicht zum Spaß ausgedacht. Begründen lässt sich dies mit hochwertiger Hardware, um die hohen 3D-Anforderungen stemmen zu können. Immerhin kostet der Sprung in die dritte Dimension rund 40 bis 50 Prozent an Leistung. So verwundert es auch nicht, den Vierkernprozessor Intel Core i7 2630 QM mit 2,0 Ghz (im Turbo-Modus mit 2,9 GHz) und 8 GB Arbeitsspeicher sowie eine GeForce GTS 540M als Grafiktriebwerk vorzufinden. Die 2GB Video RAM der Grafikkarte klingen zwar beeindruckend, sind aber relativ wertfrei, weil sie erst bei extrem hohen Auflösungen Sinn machen würden, die das Display nicht darstellen kann.

Im 2D-Betrieb ermöglicht diese Konstellation durch die Bank wunderbar flüssiges Spielen. Selbst hohe Detail- und Effektstufen sind realisierbar, wenn man vom „hohen Ross“ der nativen Full-HD-Auflösung absteigt und sich mit einem niedrigeren Pixelteppich zufriedengibt (1.280x720 bzw. 1.366x768). Ob Battlefield Bad Company 2, Dirt 3, Anno 1404 oder Crysis 2: Alles überhaupt kein Problem. Die synthetischen Benchmarks 3D Mark 2006 und 3D Mark 2011 untermauerten diesen Eindruck mit sehr guten 9.228 bzw. passablen 1.016 Punkten, nur das altbekannte “Sorgenkind” Crysis (Warhead) konnte die Hardware wieder einmal gnadenlos in die Knie zwingen.

Ein wenig anders verhält es sich im 3D-Betrieb. Hat sich der Wow-Effekt beim Blick durch die mitgelieferte 3D-Vision-Brille erst einmal gelegt, muss man nüchtern betrachtet feststellen, dass die Framerate aufgrund der zusätzlichen Bildberechnung nicht mehr in so sorgenlos sicheren Regionen jongliert werden kann. Und schon befindet man sich wieder im Szenario durchschnittlicher Spiele-PCs, erst lange an den optischen Einstellungen herumschrauben zu müssen, um ein gut spielbares Ergebnis auf den Bildschirm zaubern zu können. Auch in diesem Kontext sollte man einen weiten Bogen um Full HD machen und sich mit einer niedrigeren Auflösung begnügen.

NEWS.AT-FAZIT
Mit dem Satellite P755 3D erbringt Toshiba den Beweis, dass der japanische Konzern auch Spielern Freude bereiten kann. Im 2D-Betrieb leistet sich der 17-Zöller kaum Schwächen, die Verarbeitung ist weitgehend hochwertig und auch das Gehäusedesign braucht sich mit seiner klaren Linie nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Das eigentliche Key-Feature, die 3D-Darstellung dank Nvidia-3D-Vision-Kit, funktioniert mit gewissen Einschränkungen recht gut. Unterstützten Spielen gelingt zwar den Sprung in die dritte Dimension, für den Tiefeneffekt muss man aber kleinere Abstriche in der Detailstufe oder Auflösung hinnehmen. Wirklich uneingeschränkt empfohlen werden kann das Satellite P755 3D also nur jenen Enthusiasten, die für bodenständige 2D-Leistung, Blu-ray-Heimkino und ein bisschen 3D-Spaßfaktor kein Problem damit haben, relativ tief in die Tasche zu greifen.