Mobile Navis - Viel Interesse, wenig User:
GPS-Funktion gefragter als E-Mail und WWW

Bedenken gegen Tracking hemmt derzeit Nutzung Hersteller erwarten Durchbruch im Laufe des Jahres

Mobile Navis - Viel Interesse, wenig User:
GPS-Funktion gefragter als E-Mail und WWW © Bild: Route 66

GPS-Funktionalitäten in mobilen Endgeräten sollen in diesem Jahr den großen Durchbruch schaffen, sind Chip- und Gerätehersteller überzeugt. Die nötige Technik wird ausgefeilter und kleiner. Handyproduzenten planen die GPS-Integration in den Designs kommender Modelle schon ein. Eine aktuelle Marktstudie zeigt allerdings eine klaffende Lücke zwischen Interesse an der Technologie und der tatsächlichen Nutzung.

Während 46 Prozent der befragten User an GPS-Diensten interessiert seien, würden derzeit nur sechs Prozent den Service auch tatsächlich nutzen, berichtet das Branchenportal Australian IT.

Ist der Markt schon reif genug?
Die von Ericsson in Auftrag gegebene Studie prophezeit einen großen Markt für zusätzliche Navigationsfunktionen in portablen Endgeräten. Laut Studienautoren hätte die Nachfrage nach GPS jene nach anderen mobilen Diensten überflügelt. So zeigten 36 Prozent der Befragten Interesse an mobilem E-Mail-Empfang, 31 Prozent an mobilem Internet-Surfen und 27 Prozent an Videotelefonie. Lediglich 19 bzw. 17 Prozent wollen Musik und Games über ihr Mobiltelefon herunterladen. Die Zurückhaltung in der Nutzung von GPS-Services sieht Mahssa Hosseini, Marketing Managerin Ericcson Australia, in den Bedenken der User bezüglich Privatsphäre und Tracking. "Derzeit ist noch ein gewisses Zögern bei den Herstellern zu spüren. Es herrscht die Meinung vor, dass der Markt noch nicht reif genug sei, denn die Bedenken würden gegenüber dem Nutzen noch überwiegen", erklärt Hosseini.

"Am Massenmarkt ist kein Platz für Extra-Devices"
In jedem Fall müssten die Navigations-Möglichkeiten in Geräte integriert werden, die die Menschen auch bisher mit sich herumtragen würden. "Am Massenmarkt ist kein Platz für Extra-Devices. Die Kunden haben kein Interesse, zwei Produkte mit sich zu führen", so Hosseini. In dieselbe Kerbe schlägt Reiner Schönrock, Sprecher von Infineon, der jedoch mehr Druck am Markt ortet. "Die Zeit ist reif für die Integration von GPS in diverse mobile Endgeräte. 2007 werden mobile Navigationslösungen am Markt durchbrechen", ist Schönrock überzeugt. Infineon hat diese Woche den kleinsten GPS-Empfänger weltweit präsentiert. (pte/red)