Miyamoto sorgt bei Red Bull für Rummel: 40
Journalisten und 6 TV-Teams bei 1. Training

Salzburg trotz Neuzugängen weiterhin Shoppingtour Sportliches Ziel heißt eindeutig Champions League

Miyamoto sorgt bei Red Bull für Rummel: 40
Journalisten und 6 TV-Teams bei 1. Training

Die erste Saison-Neuverpflichtung von Fußball-Herbstmeister Red Bull Salzburg, Tsuneyasu Miyamoto, ist beim ersten Saison-Training der Bullen von einem Journalisten-Aufgebot beobachtet worden, das selbst für langjährige Beobachter des österreichischen Fußballs überraschend war. An die 40 Journalisten und 6 TV-Teams überwiegend aus Japan stürmten die Pressekonferenz mit dem 29-jährigen japanischen Nationalverteidiger.

"Die Verpflichtung Miyamotos von Salzburg füllt in Japan Tag für Tag die Zeitungen und hat mehr mediale Resonanz ausgelöst als das Mozartjahr", so ein japanischer Reporter zur APA. "Miyamoto gilt als Beckham Japans, auch wenn er zuletzt von Trainer Ivica Osim nicht mehr aufgestellt wurde." Red Bull, das eine Marktoffensive für seine Energy-Drinks in Japan mit dem sportlichen Engagement verknüpft, verhandelt zur Zeit mit japanischen TV-Gesellschaften über Übertragungen der Red Bull-Spiele im japanischen Fernsehen.

Das Salzburger Trainer-Paar Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus streuten dem Neuzugang Rosen und sprachen von eindeutiger Verstärkung für den aktuellen Tabellenführer, auch wenn "Trapp" von einem Stamm-Laiberl noch nichts wissen will: "Die Integration in die Mannschaft braucht Zeit und viele Spiele, für die wir den best möglichen Kader brauchen. Ich habe mich beim ehemaligen japanischen Trainer und brasilianischem Weltmeister Zico über Miyamoto informiert und bin sicher, dass dieser Verteidiger eine wirkungsvolle Verstärkung sein wird."

Noch nicht ganz ausverhandelt ist die Frage, wie oft Red Bull seinen neuen Star-Verteidiger für Länderspiele mit dem japanischen Team freistellen muss. Laut Sportdirektor Oliver Kreuzer gibt es bisher nur die in der FIFA gültigen Allgemein-Regeln, "wir werden aber versuchen, einen Unterschied zwischen Bewerben und Freundschaftsspielen festzuschreiben."

Trotz der Neuzugänge Miyamoto und dem Brasilianer mit japanischem Pass, Alessandro "Alex" Santos, wird Red Bull "weiterhin die Augen nach Verstärkungen offen halten", wie Matthäus betonte. "Aber auch mit dem jetzt vorhandenen Kader erwarte ich mir eine deutliche Leistungssteigerung." Als Ziel für 2007 nannten Trapattoni, Matthäus und Kreuzer nicht nur die Meisterschaft und den ÖFB-Cup. "Unser Ziel heißt Champions League, ab heute arbeiten wir auf die beiden entscheidenden Qualifikations-Spiele im August hin", so Kreuzer.

Miyamoto selbst punktete bei der Pressekonferenz mit seinem ersten deutschen Satz: "Nennt mich 'Tsune'. Ich freue mich, für Red Bull zu spielen und viele Erfolge feiern zu dürfen." Er habe die Arbeitsweise von Matthäus mit der Mannschaft auf Video studiert, so der Verteidiger dann wieder auf japanisch, und sich von europaerfahrenen Landsleuten Tipps geholt. "Ich bin flexibel genug für eine sportliche Integration und ich will die Chance ergreifen, ein noch besserer Fußballspieler zu werden."

Getrübt wurde das erste Saison-Training mit Miyamoto von drei Ausfällen im Red Bull-Kader. Alexander Zickler fehlte wegen einer Stirnhöhlen-Eiterung, Rene Aufhauser wegen einer Bronchitis und - schwerwiegender - Laszlo Bodnar, der am Donnerstag von Vereinsarzt Helmut Klampfer wegen eines Meniskus-Einrisses am linken Knie operiert wurde. (apa/red)