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Neu im Business

Mitterlehners Beratungsfirma

Stefan Melichar © Bild: News/Ian Ehm

Nun hat auch er es getan: Nach 28 Jahren bei Wirtschaftskammer bzw. Wirtschaftsbund und acht Jahren als Wirtschaftsminister ist Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner unter die Unternehmer gegangen. Am Dienstag dieser Woche wurde die Mitterlehner Projektentwicklung und Strategieberatung GmbH ins Firmenbuch eingetragen. Geschäftsführer ist Mitterlehner selbst. 80 Prozent der Anteile gehören dem früheren ÖVP-Parteichef, 20 Prozent seiner Frau. Gegenstand des Unternehmens laut Gesellschaftsvertrag ist Unternehmensberatung, Strategieberatung und Internationalisierungsberatung.

Nicht einmal vier Monate nach seinem Abschied aus der Bundesregierung und von der Parteispitze wird Mitterlehner somit wieder aktiv. Der 61-Jährige kann auf beste Kontakte und einen reichen Erfahrungsschatz bauen. Gerade in seiner Heimat, dem Industrie-Bundesland Oberösterreich, sollten sich Firmen finden, die Beratung in Richtung Internationalisierung gut gebrauchen können.

Mitterlehner reiht sich damit in eine Riege ehemaliger Kanzler bzw. Vizekanzler ein, die nach dem Abschied aus der Politik zu Unternehmern wurden. Bekanntestes Beispiel ist Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer, der alleine im österreichischen Firmenbuch 13 aktive Funktionen ausweist. Die internationalen sind da noch gar nicht mitgerechnet. Das eine oder andere Engagement hat ihm freilich heftige Kritik eingebracht.

Neues gab es zuletzt von Gusenbauers einstigem Nachfolger an der Regierungsspitze, Ex-SPÖ-Kanzler Werner Faymann. Wie das Magazin "Trend" berichtete, hat sich Faymanns 4Pro Projektmanagement GmbH an der Wiener Maklerfirma F-Quadrat beteiligt. Faymann war früher Wiener Wohnbaustadtrat. Da scheint ein solcher Geschäftszweig auf der Hand zu liegen. Der Ex-Kanzler ist außerdem ins Lobbyistenregister eingetragen. Laut Eintrag bietet er unter anderem "Beratung für Gemeinnützigen Wohnbau und leistbares Wohnen".

Eher ein Schattendasein fristet derzeit die Beratungsfirma von Ex-ÖVP-Vizekanzler Michael Spindelegger. Er leitet ja mittlerweile das Internationale Zentrum für Migrationspolitikentwicklung (ICMPD). Über das Engagement seiner GmbH bei einem Immobilienmakler, der über ein Projekt in Kontakt mit dem ICMPD stand, hat News zuletzt berichtet.

Wer weiß? Vielleicht kommen bald weitere Politiker dazu, die im Unternehmertum ein passables Ausstiegsszenario entdecken? Die Wahl am 15. Oktober könnte einen Gründerboom auslösen.