Mitterlehner-Nachfolge von

"Die, die jetzt ans Ruder kommen, müssen den Kurs vorgeben"

Ex-ÖVP-Chef Spindelegger fordert Rückhalt für neuen Parteichef

Mitterlehner-Nachfolge - "Die, die jetzt ans Ruder kommen, müssen den Kurs vorgeben" © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER APA/ROLAND SCHLAGER APA/ROLAND SCHLAGER

Ex-ÖVP-Chef Michael Spindelegger zum Rücktritt von Reinhold Mitterlehner

Ex-ÖVP-Chef Michael Spindelegger fordert von den Bünden und Landesorganisationen der Volkspartei Rückhalt und Unterstützung für den neuen Parteiobmann ein. "Ich würde jedem Nachfolger wünschen, dass die Länder und Bünde hinter, neben und vor dem neuen Parteichef stehen, und nicht wieder Eigeninteressen in den Vordergrund rücken", sagte Spindelegger am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

Der frühere ÖVP-Chef, Vizekanzler und Finanzminister legte im August 2014 nach zunehmender Kritik und Kakofonie aus seiner Partei alle Ämter zurück. Zu Wort meldete sich Spindelegger, der einst Außenminister und ÖVP-Hoffnung Sebastian Kurz in die Regierung geholt hatte, seit damals nicht.

»Ich bleibe dabei, dass sich ehemalige ÖVP-Politiker zurückhalten sollten«

"Ich habe mich bisher völlig zurückgehalten und nie Stellung genommen. Diese Ereignisse erinnern mich aber stark an das, was mir vor drei Jahren passiert ist", erklärte Spindelegger. "Ich bleibe dabei, dass sich ehemalige ÖVP-Politiker zurückhalten sollten. Es gibt Leute in der Volkspartei, die müssen das jetzt verantworten können, und die sollen sich auch bewegen können." Er sei jedenfalls verwundert darüber, wer da jetzt schon wieder aller Tipps gebe und dabei früher selbst alle Chancen gehabt hätte.

Einen Rat hat Spindelegger dennoch parat: "Man muss in der Volkspartei aus der Vergangenheit lernen." Das Bild, das die Partei zuletzt abgegeben habe, sei entsetzlich. "Die, die jetzt ans Ruder kommen, müssen den Kurs vorgeben. Wer immer die Partei übernimmt, muss die Möglichkeit haben, das so zu gestalten, wie er es will", erklärte Spindelegger. "Dass man zu den Obleuten steht und nicht Eigeninteressen im Vordergrund stehen, das ist der springende Punkt." Mehr wolle er dazu nicht sagen. "Ich will das gar nicht begleiten, das gibt es genug andere, die das tun."

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Kommentare

Oliver-Berg

Die ÖVP kann nur der Wähler reformieren und zwar in der Form, in der er diese Partei einfach nicht mehr wählt. Ein zerstrittener Haufen von Lobbyisten für Bauern, Beamten und Wirtschaftskämmerer. Die Sozis sind zwar auch nicht wählbar, aber die halten, wenn es eng wird wenigstens halbwegs zusammen. Die ÖVP war immer schon ein Verein der letztklassigen Wadlbeißer (Lopatka lässt grüssen).

haben, wird ein"Obmann" nur eine Marionettenfigur bleiben. Warum hat Kurz gesagt: in dieser Situation will er die Partei nicht übernehmen (oder so ähnlich)? Was will oder besser "WAS" kann er ändern? Es wäre schade um einen der wenigen Politiker unseres Landes.

Naja, die "guten" Ratschläge eines (weitern) gescheiterten ÖVP-Obmannes in Ehren, aber helfen werden sie weder Kurz noch Sobotka (lol). Solange die Bünde die (wirkliche ) Macht

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