Mittelmeer von

Identitäre wollten Flüchtlinge
stoppen und geraten in Seenot

Schiff der NGO "Sea-Eye" muss Rechtsaktivisten nun zur Hilfe eilen

C-Star der Identitären © Bild: APA/Angelos Tzortzinis / AFP

Rechtsextreme Aktivisten der Identitären Bewegung sind Anfang August mit dem Schiff "C-Star" aufgebrochen, um Flüchtlingsboote entlang der libyschen Küste zu stoppen. Jetzt müssen sie selbst gerettet werden. Wie die NGO "Sea-Eye" auf Facebook mitteilte, ist das Schiff der Identitären in Seenot geraten. Die Nichtregierungsorganisation eilt den Aktivisten nun zur Hilfe.

Ein Sprecher der EUNAVFOR MED Operation Sophia, der EU-Mission zur Flüchtlingsrettung, hätte die NGO am Freitagvormittag informiert, dass die "C-Star" mit "einem Maschinenschaden manövrierunfähig und der Hilfe bedürftig sei", berichtete Sea-Eye. Der NGO-Kutter, hieß es weiter, wäre aufgrund ihrer geografischen Nähe damit beauftragt worden den "Identitären" zur Hilfe zu kommen und hätte sich auf den Weg gemacht. Bei der EU-Mission Sophia war vorerst niemand zu erreichen.

Die "Identitären Bewegung" hat die Hilfe der NGO Sea-Eye allerdings verweigert. Das teilte die deutsche Hilfsorganisation am Freitagnachmittag mit. Ein Sprecher der EU-Mission Sophia bestätigte indes, dass die C-Star-Crew mit österreichischer Beteiligung das technische Gebrechen meldete.

Identitären-Schiff verweigerte Hilfe

Am Freitagnachmittag teilte die NGO mit, dass die Rechtsextremisten nach einem Funkkontakt "jede Hilfe" der Sea-Star ablehnten. Daraufhin hätte das Schiff der Hilfsorganisation auf "Weisung der EU-Mission" ihren "Erkundungskurs nach Schiffbrüchigen und Ertrinkenden" fortgesetzt, hieß es in einer Aussendung.

Die Aktivisten der "C-Star", die im Mittelmeer unter mongolischer Flagge fährt, schrieben auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hingegen lediglich von "technischen Problemen". "Wir arbeiten an der Lösung. Es ist kein Notfall", hieß es weiter.

Migranten abfangen und zurückbringen

Die rechtsextreme Bewegung, die in Österreich vom Verfassungsschutz beobachtet wird, will Migranten mit dem Schiff "C-Star" abfangen und in ihre Heimatländer zurückbringen. Auch plante sie mit Störaktionen NGO-Schiffe zu stoppen, die Flüchtlinge im Mittelmeer retten.

Mitte Mai hatten die Identitären eine Kampagne im Internet gestartet und 76.000 Euro für die Anmietung ihres Schiffs eingesammelt. Hinter der Aktion stehen österreichische, deutsche, französische und italienische Mitglieder der Identitären Bewegung. Martin Sellner, Chef der Identitären Österreichs, zählt zu den Mitorganisatoren und ist mit an Bord.