Mit Zielstrebigkeit von Erfolg zu Erfolg:
Mirna Jukic schon eine Medaillenhamsterin

Verlor für "Heim-EM" in Rijeka nicht den Fokus

Mit Zielstrebigkeit von Erfolg zu Erfolg:
Mirna Jukic schon eine Medaillenhamsterin © Bild: APA/EPA

Die Olympia-Dritte Mirna Jukic hat sich ein Jubiläum beschert, das im österreichischen Schwimmsport bisher Markus Rogan vorbehalten war. 20 Medaillen (5 Gold, 9 Silber, 6 Bronze) bei Großereignissen zu gewinnen - Rogan hält bei 27 -, ist auch international beachtlich. Mit der 32. österreichischen Kurzbahn-EM-Medaille hat die 22-Jährige in Rijeka zum wiederholten Mal gezeigt, dass sie sich wie wenig andere auf ihre Stärken konzentrieren und sie umsetzen kann.

Mit den letztwöchigen Querelen ihrer Familie bzw. ihres Vereins SC Austria Wien mit dem Wiener Schwimmverband und dem erst in der vergangenen Woche erfolgten vorläufigen Ausschluss des Clubs aus dem Verband standen die Vorzeichen für eine gezielte Vorbereitung auf die Titelkämpfe in Rijeka für die Geschwister Jukic nicht gut. Dinko Jukic verpasste dann vorerst prompt den Endlauf über 200 m Lagen, anders seine routiniertere Schwester.

Für die 22-Jährige und ihre Persönlichkeit spricht, dass sie trotz aller sportlichen Erfolge noch nie abgehoben hat. War sie in der österreichischen Schwimm-Szene lange Zeit im Schatten von Rogan gestanden, landete sie heuer in diesem "Duell" einen Punktesieg, auch wenn Rogan sein Jahr mit zwei Europameister-Titeln auf der Langbahn sowie WM-Gold inklusive fantastischem Weltrekord auf der Kurzbahn eröffnete.

Viel herumgereicht
Seit ihrem Olympia-Bronze über 100 m Brust wurde freilich die Langbahn-Europameisterin überall herumgereicht, konnte sich zeitweise ihrer Termine kaum noch erwehren. Als "Sportlerin des Jahres" - zum zweiten Mal nach 2002 - bekam die Wienerin in Sportkreisen den verdienten Lohn, die gesellschaftlichen Folgen gab es etwa erst zuletzt mit Weihnachtsgesangsauftritten im Radio oder gemeinsam mit ihrem Bruder als Porträt-Modell.

Trotz allem arbeitete Mirna Jukic zielbewusst auf ihr großes Saisonabschluss-Ziel hin, die Titelkämpfe in der bekannten Küstenstadt ihrer ehemaligen Heimat Kroatien. 1999 war sie mit ihrer Familie von Kroatien aus nach Wien gekommen und hatte da ihre große Schwimm-Karriere gestartet, mit ihrem Vater Zeljko als Trainer reichte es bisher u.a. zu etlichen WM-Medaillen, Europameistertiteln und letztlich auch zur heiß ersehnten Olympia-Medaille.

Mit ihrer zweiten "Heim-EM" nach jener im Dezember 2004 in Wien hatte sich Jukic nach ihrem Olympia-Hoch und zwei Europarekorden schnell ein neues Ziel gefunden, nachdem sie unmittelbar nach den Spielen die Gestaltung ihrer weiteren Karriere noch offen gelassen hatte. Nun ist die Studentin in Rijeka mit ihrer Arbeit aber noch nicht fertig, denn mit den 100 m Brust folgt am Wochenende noch ihre Langbahn-EM-Gold- und Olympia-Bronze-Distanz.

(apa/red)