Mit Straßenbahn nach Bratislava: Wiener Lokalbahnen prüfen Verlängerung der S7

"Light Rail"-Projekt nach Vorbild der Badner Bahn Kostenpunkt 70 Mio. Euro - Fertigstellung bis 2013

Mit der Straßenbahn nach Bratislava. Geht es nach den Wiener Lokalbahnen, ist das bald keine Zukunftsmusik mehr. Denn derzeit wird die Verlängerung der S7 über die Landesgrenzen nach Preßburg geprüft. Und diese Verkehrsvariante hätte noch einen positiven Nebeneffekt: Eine neue Straßenbahnverbindung zum Flughafen würde entstehen.

Mit Straßenbahn nach Bratislava: Wiener Lokalbahnen prüfen Verlängerung der S7

Wie aus einem Bericht des "WirtschaftsBlatt" hervorgeht, prüfen die Wiener Lokalbahnen (WLB) eine neue Straßenbahn-Eisenbahn-Verbindung nach Badner Bahn-Vorbild zwischen Wien und Bratislava. Und auch die Wiener Stadtregierung ist an den neuen Verkehrs-Pläne interessiert. "Ich halte sehr viel davon. Vor allem, wenn die Bahn die Siedlungen entlang der Strecke verbindet", sagte Planungsstadtrat Rudolf Schicker im "WirtschaftsBlatt". Auch die Finanzierung sei machbar. Für gute Verkehrslösungen finden sich immer Geldgeber, so Schicker.

Neue Anbindung zum Flughafen
Demnach könnte die derzeitige, entlang der Donau verlaufende Schnellbahnstrecke S7 als Straßenbahn über Wolfsthal hinaus nach Bratislava verlängert und über Schwechat und Simmering auch mit dem Wiener Straßenbahnnetz - konkret mit der Linie 71 - verbunden werden. Als Nebeneffekt würde dadurch auch eine neue Straßenbahn-Verbindung zwischen der Wiener Innenstadt und dem Flughafen Schwechat entstehen, sagte WLB-Chef Harald Brock.

Alternative zum Postbus
In der Region zwischen Petrzalka und Wolfsthal hätten sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Preßburger angesiedelt, weil Baugründe auf der österreichischen Seite günstiger sind als in Bratislava, erklärte Brock. Derzeit gäbe es für sie außer einem Postbus keine öffentlichen Verkehrsmittel. "Diese neuen Siedlungen brauchen dringend eine gute Nahverkehrsanbindung."

60 neue Triebwagen
Um den Betrieb bis Bratislava zu realisieren, benötigen die Lokalbahnen bis zu 60 neue Triebwagen. Brock will dabei auf ähnliche Wagen setzen wie auf der Badner Bahn, die sowohl mit Wechselstrom der ÖBB als auch mit Gleichstrom der Straßenbahn fahren können und mit etwa 3 Mio. Euro je Triebwagen außerdem deutlich günstiger kämen als neue Schnellbahn-Garnituren.

Die Kosten für dieses "Light Rail"-Projekt werden mit weniger als 70 Mio. Euro beziffert. Die Fahrzeit würde rund eine Stunde betragen je nach Zahl der Haltestellen. Fertiggestellt werden könnten die Ausbauten schon bis Ende 2012, 2013 könnte die neue Verbindung ihren Betrieb aufnehmen.

ÖBB plant zwei neue Bahnverbindungen
Parallel dazu planen die ÖBB den Ausbau der Bahnverbindungen zwischen Wien und Bratislava zum einen durch das Marchfeld über den Marchegger Ast, zum anderen über Götzendorf, Parndorf und Kittsee weiter südlich von der Wolfsthal-Verbindung. An diesen Plänen halten die ÖBB fest. Sie seien wohlüberlegt und sinnvoll, sagte ein Konzernsprecher. Gespräche mit den Wiener Lokalbahnen habe es noch nicht gegeben. Sollte die WLB aber tatsächlich ein zusätzliches Angebot für den Kunden schaffen, würden die ÖBB dies begrüßen, so der Sprecher - Zitat: "Konkurrenz belebt das Geschäft." (apa/red)