Mit Sack und Pack unterwegs: Gaddafi mit 300-köpfiger Entourage in Hotel bei Sevilla

Gespräche mit Aznar, Zapatero und König geplant Libyscher Revolutionsführer nächtigt in Beduinen-Zelt

Der libysche Revolutionsführer Muammar al Gaddafi ist am Samstag mit einer 300-köpfigen Entourage in einem Luxus-Hotel bei Sevilla eingetroffen. Ebenso wie bei seinem fünftägigen Besuch in Frankreich wurde für Gaddafi in dem Hotel Hacienda de Boticaria für die Nacht ein Beduinen-Zelt errichtet. Zur Begrüßung wurde nach Angaben des Hotel-Managers Fernando Sanchez ein Lamm geschlachtet. Verschiedentlich war spekuliert worden, Gaddafi wolle die ehemaligen Hochburgen der Mauren, Cordoba und Granada, besichtigen.

Für den Besuch Gaddafis sind nach Angaben aus seiner Umgebung Treffen mit dem früheren spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar, dem heutigen Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero und König Juan Carlos geplant. Aznar hatte Libyen als erster westlicher Regierungschef im September 2003 einen Besuch abgestattet, nachdem die UNO ihre gegen Libyen verhängten Sanktionen aufgehoben hatte. Gaddafi hatte sich damals einverstanden erklärt, ein Atomwaffenprogramm aufzugeben und die Hinterbliebenen zweier Flugzeug-Abstürze Ende der 80er Jahre zu entschädigen, die nach internationalen Untersuchungen von libyschen Agenten verursacht worden waren.

(apa/red)