Mit "Namensschild" zum Banküberfall: Wunschkennzeichen führt Polizei zum Täter

Auf Wunschkennzeichen stand Vorname des Mannes Bankräuber wollte mit Beute Schuldenberg abbauen

Mit "Namensschild" zum Banküberfall: Wunschkennzeichen führt Polizei zum Täter

300.000 Euro Schulden hatte ein Waldviertler durch einen Hausbau und vor allem bei Automatenspielen angehäufte. Der Schuldenberg trieb den Mann zu einem bewaffneten Raubüberfall. Wegen der Tat, zu der er mit eigenem Pkw samt auffälligem Wunschkennzeichen in Form seines Vornamens "angereist" war, wurde der vollinhaltlich geständige 48-Jährige am Dienstag in Korneuburg rechtskräftig zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Mit der Beute - rund 27.000 Euro - hätte der ehemalige Chauffeur in einem Ministerium die drohende Zwangsversteigerung seines Hauses verhindern wollen. Nachdem er am Tag der Tat verhaftet worden war, hatte er sofort gekündigt, gab der zerknirschte Angeklagte - begleitet von seiner ganzen Familie - an. Die Spielsucht seines Mandanten sei keine Entschuldigung für die Tat, aber Verständnisgrundlage, meinte Verteidiger Herbert Eichenseder. Spielsucht sei etwas Teuflisches, weil der Zocker zwischendurch immer wieder gewinne und dadurch hoffe, dass es finanziell doch wieder weiter geht. Im Endeffekt gewinne aber immer der Automat.

Die finanzielle Katastrophe habe sich zugespitzt - an jenem Freitag habe sein Mandant nicht einmal mehr Geld für den Wochenendeinkauf gehabt und hätte seinen bereits verpfändeten Wagen hergeben müssen. Die - dilettantisch verübte - Tat sei ein - wenn auch kräftiger - "Ausrutscher" eines bisher Unbescholtenen gewesen.

Laut Staatsanwalt Ronald Schaffer hatte der Beschuldigte im Internet ausgekundschaftet, welche Bank für sein Vorhaben infrage käme - in einer kleinen Ortschaft ohne Polizeiinspektion. Sturmhaube und seine legale Pistole habe der Mann am Vorabend in seinen Pkw gelegt. Schauplatz war dann ein Geldinstitut in Niederschleinz (Bezirk Hollabrunn) im Weinviertel, wo der maskierte Räuber die beiden anwesenden Angestellten bedrohte und sich aus den Kassenladen Bargeld in ein mitgebrachtes Nylonsäckchen geben ließ. Dann dirigierte er seine Opfer ins angrenzende Büro, wo ihm noch Banknoten aus dem Tresor übergeben werden mussten, und flüchtete mit seinem Wagen.

Nach Geständnis in U-Haft
Eine Passantin hatte sich das Wunschkennzeichen gemerkt. In der Garage des 48-Jährigen im angrenzenden Bezirk Horn fand die Polizei wenig später nicht nur die vollständige Beute, sondern auch die Maskierung, worauf der Mann ein Geständnis ablegte und in U-Haft genommen wurde.

Er hatte nie vor, jemand zu verletzen, beteuerte der Angeklagte, und entschuldigte sich bei den Opfern, dass er sie in Angst versetzt hatte. Dass das Magazin mit 15 Patronen auf der Waffe aufgesteckt war, bedeutete laut Richterin Xenia Krapfenbauer trotz der vorliegenden Milderungsgründe eine Verurteilung wegen schweren Raubes mit einem Strafrahmen von fünf bis 15 Jahren. Die Familie des Mannes hält zu ihm - und versucht, die Schulden in Form eines außergerichtlichen Vergleichs in den Griff zu bekommen.

(apa/red)

Kommentare

der depp gehört ja in die psych bitte;-) wie dumm kann man sein bitte

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