Mit Glück zum Erfolg: Red Bull Salzburg
darf weiter von Champions League träumen

2:0-Sieg über Zürich dank Schweizer Abwehrpatzer In 3. Qualifikations-Runde wartet jetzt FC Valencia

Red Bull Salzburg ist in die dritte und letzte Runde der Champions-League-Qualifikation eingezogen. Nach einem 1:2 im Hinspiel besiegten die Salzburger den Schweizer Meister FC Zürich in Wals-Siezenheim glücklich mit 2:0 und treffen nun auf den spanischen Spitzenklub Valencia CF. Tiffert (39.) und Zickler (56./Foulelfmeter) erzielten die Tore der Red-Bull-Truppe, die sich wie im Hinspiel als abgebrühter und effektiver als die Schweizer präsentierte. Für den FCZ war es die erste Auswärtsniederlage seit Oktober 2005.

Einige Red-Bull-Fans erinnerten vor dem Anpfiff mit einer überdimensionalen Europa-Landkarte an glorreiche Europacup-Zeiten der Salzburger Austria und hofften gleichzeitig auf den Beginn einer neuen Ära: "Die Vergangenheit war ein Vorgeschmack! Jetzt geht's erst richtig los", war darauf zu lesen. Viel zu bieten hatte die Truppe von Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus ihren Fans in der Anfangsphase des ersten Saison-Heimspiels allerdings nicht.

Der italienische Startrainer wartete in der Startelf, wie schon im Hinspiel, mit einer Überraschung auf. Brachte "Trap" in Zürich zunächst Janko für Zickler, traf es diesmal Vonlanthen, der gegen seine Schweizer Landsleute zunächst auf der Ersatzbank Platz nahm und von Janocko ersetzt wurde. Teamchef Josef Hickersberger durfte keinem Österreicher auf die Beine sehen, da Aufhauser nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Hinspiel gesperrt war und alle anderen ÖFB-Kandidaten nur zweite Wahl waren.

Außer einem Zickler-Kopfball (6.) gelang den Gastgebern zunächst nur wenig. Die Salzburger Abwehr präsentierte sich zwar konzentrierter und aggressiver als in Zürich, als man nach 90 Sekunden bzw. 20 Minuten bereits 0:1 und 0:2 zurück gelegen war, im Spielaufbau hatten die "Bullen" aber große Probleme. Die technisch starken Schweizer - vor allem das Trio Cesar, Rafael, Keita spielte Salzburg phasenweise schwindlig - hatten die weitaus besseren Gelegenheiten.

1:0 wie aus dem Nichts
Ein Flachschuss von Rafael (21.) verfehlte das Tor nur knapp, ehe sich Red-Bull-Keeper Ochs in der 29. Minute bei einer FCZ-Doppel-Chance durch Keita (Schuss von Strafraumgrenze) und Dzemaili (Kopfball) auszeichnete. Auch nach einem 35-m-Freistoß von Dzemaili, der nur Zentimeter über das Tor strich, mussten die Salzburger Fans kräftig durchatmen. Kurze Zeit später gab es aber Grund zum Jubeln. Wie aus dem Nichts und völlig entgegen des Spielverlaufes brachte Tiffert (39.) die Hausherren in Führung.

Jezek hatte auf der linken Seite den entscheidenden Zweikampf gegen Stahel gewonnen, seine Flanke segelte über Zickler hinweg und landete genau vor dem völlig frei stehenden Tiffert, der FCZ-Goalie Leoni aus kurzer Distanz bezwang. Wie schon im Hinspiel hatte sich der FC Zürich vor dem gegnerischen Tor zu verspielt und ineffektiv bzw. vor dem eigenen Gehäuse äußerst fehleranfällig präsentiert.

In den ersten Minuten nach der Pause zeigte sich Salzburg bemüht, noch einen Treffer nachzulegen. Tiffert (48.) scheiterte zunächst an Leoni, kurze Zeit später folgte aber der große Auftritt seines Landsmanns Alexander Zickler (56.). Und wieder war es ein katastrophaler Abwehrfehler, den die Salzburger ausnützten. Dzemaili verabsäumte es, im eigenen Strafraum zu klären, verlor das Laufduell mit Zickler und brachte den Stürmer schließlich auch noch zu Fall. Der niederländische Schiedsrichter Vink entschied auf Elfmeter, den der Gefoulte selbst souverän zum 2:0 und seinem sechsten Saisontor verwandelte.

Die Gäste drückten zwar noch auf den Anschlusstreffer, der sie in die Verlängerung gerettet hätte. Keita (79.) vergab aber die größte Chance, als er sich alleine vor Ochs für einen Heber entschied und diesen neben das Tor setzte. Auf der Gegenseite hatte Zickler (80.) noch das 3:0 auf dem Fuß, traf nach einem Gestocher aber nur Leoni.

Red Bull Salzburg - FC Zürich 2:0 (1:0)
Salzburg, EM-Stadion Wals-Siezenheim, 16.000, SR Vink/NED

Tore: 1:0 (39.) Tiffert, 2:0 (56.) Zickler (Elfmeter)

Salzburg: Ochs - Bodnar, Vargas, Linke, Dudic - Tiffert, Carboni, Kovac, Jezek (71. Pitak) - Janocko (86. Meyer) - Zickler

Zürich: Leoni - Stahel, Tihinen, Von Bergen, Schneider - Margairaz (76. Stanic), Dzemaili (72. Alphonse), Inler, Cesar - Rafael, Keita (83. Pouga)

Gelbe Karten: Tiffert (im Hinspiel gegen Valencia gesperrt), Carboni, Janocko, Kovac bzw. Dzemaili, Rafael, Alphonse

Hinspiel 1:2 - Salzburg mit dem Gesamtscore von 3:2 in der 3. Quali-Runde

(apa/red)