Mit stolzgeschwellter Brust nach Gröden:
ÖSV-Stars wollen ihren Siegeslauf fortsetzen

Walchhofer als größter Hoffnungsträger in Abfahrt Alpinchef Pum warnt: "Müssen am Boden bleiben"

Mit stolzgeschwellter Brust nach Gröden:
ÖSV-Stars wollen ihren Siegeslauf fortsetzen © Bild: APA/EPA/Bouvy

So schnell kann sich das Blatt im Sport wenden. Die nach den Nordamerika-Rennen hart kritisierten ÖSV-Herren reisten nach ihren drei Val d'Isere-Siegen mit breiter Brust zum ersten europäischen Speed-Klassiker der Saison nach Gröden. Zunächst stehen dort auf der Saslong zwei Abfahrtstrainings auf dem Programm, am Freitag geht es im Super-G und am Samstag in der Abfahrt um Punkte (jeweils 12.15 Uhr).

Die Hoffnungen der Österreicher ruhen in erster Linie auf Michael Walchhofer, die Voraussetzungen scheinen für den Salzburger perfekt zu sein. Der 34-Jährige hat nicht nur zuletzt den Super-G in Val d'Isere gewonnen, sondern in den vergangenen beiden Jahren auch in der Abfahrt von Gröden triumphiert. "Die Erfolge der vergangenen Jahre zeigen, was für ein Potenzial ich in Gröden habe. Aber ein Sieg passiert nicht von ungefähr, man muss jedes Mal von neuem voll konzentriert an die Sache heran gehen", meinte Walchhofer.

Raich verzichtet auf Abfahrt
Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich bestreitet in Gröden nur den Super-G. Gar nicht nach Gröden reisen wird Marcel Hirscher, der am Sonntag im Riesentorlauf von Val d'Isere seinen ersten Weltcup-Sieg geholt und dafür in seiner Heimat Annaberg begeistert empfangen worden ist. Der 20-Jährige reiste bereits am Dienstag zu Trainingszwecken nach Alta Badia, wo am Sonntag (Riesentorlauf) und Montag (Slalom) gefahren wird.

Große Erleichterung angesichts der jüngsten Herren-Leistungen ist natürlich in der ÖSV-Führungsriege festzustellen. "Dass wir in Val d'Isere so stark fahren, hätte ich mir nicht gedacht. Die Leistungen waren technisch und kämpferisch hervorragend. Wir wissen, dass wir in jeder Disziplin mit der Spitze mithalten können", meinte ÖSV-Alpinchef Hans Pum.

"Müssen am Boden bleiben"
Gleichzeitig betonte der Oberösterreicher aber, "dass wir am Boden bleiben müssen". "Wie man sieht, kann sich das Blatt schnell wenden. Wir werden weiterarbeiten", so Pum. Sein Comeback im Weltcup-Zirkus wird ÖSV-Coach Andreas Evers geben. Der Salzburger reist nach seiner verletzungsbedingten Auszeit (Bandscheibenoperation) ins Grödnertal.

Im Duell mit den Erzrivalen aus der Schweiz steht es punkto Saisonsiegen aus ÖSV-Sicht nur mehr 4:5, in der Herren-Mannschaftswertungen haben die Österreicher mit 1.695 sogar schon wieder mit 195 Punkten Vorsprung die Nase vorne. Der in Val d'Isere dreimal ausgeschiedene und an der Schulter verletzte Carlo Janka versprach seinen Fans: "Ich werde aus den Niederlagen lernen." Seine erste Lehre ist der Verzicht auf die Gröden-Abfahrt, wie Raich wird sich auch Janka, der mit einer Schulterprellung davongekommen ist, auf den Super-G und die Alta-Badia-Rennen konzentrieren.

(apa/red)