Mit einem Billa fing alles an: Mehrjährige Haftstrafen für siebenköpfige Räuberbande

Wien: Überfall mit Spielzeugpistole der Schwester

Einer der Beschuldigten wurde nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Er wurde zu 18 Monaten Haft, davon zwölf bedingt, verurteilt. Alle anderen erhielten unbedingte Strafen.

Aufgeflogen war die Bande, nachdem drei Verdächtige am 1. Dezember 2005 eine Bank Austria in Simmering überfallen hatten. Danach war unter der ziemlich hohen Beute das Alarmpaket geplatzt. Der Versuch, das weniger verschmutzte Geld in einem Wettbüro umzutauschen, setzte den kriminellen Aktivitäten ein Ende.

Der Ausgangspunkt der Tätigkeit der Gruppe war ein Gespräch eines Angeklagten, der bei einer Donaustädter Billa-Filiale arbeitete und laut Anklage mehr als 50.000 Euro Schulden aufgehäuft hatte, mit einem Freund, der ebenfalls unter Geldmangel litt. Man dachte über einen Überfall auf den Supermarkt nach, der Angestellte sollte dabei das Opfer geben.

"Zuerst war es nur dummes Gerede, dann ist es ernst geworden", berichtete sein Freund in der Verhandlung. Er selbst wollte die Tat nicht begehen und kontaktierte einen Bekannten. "Ich habe mir gedacht, wenn ich nicht mit hineingehe, ist es nicht so schlimm", schilderte der Beschuldigte sein Motiv, den Freund hineinzuziehen. Der hatte bereits im Mai 2005 mit einem Messer ein Wettbüro in Wieden beraubt. Dieser Fall ist ebenfalls angeklagt.

Die "Waffe" - eine Spielzeugpistole - steuerte die kleine Schwester des Supermarktmitarbeiters bei, die das Gerät im Auto ihres Bruders vergessen hatte. "Die hatte vorne nicht einmal ein Loch", erzählte einer der Angeklagten dem Gericht. Aus dem Geschäft kam per Telefon das Signal zum Losschlagen, die Beute im Bereich einiger tausend Euro teilten die drei Beteiligten.

Es folgten einige Überfälle auf Wettbüros, Imbisslokale und eine Tankstelle im November, welche die Bande in wechselnder Besetzung - teils zu zweit, teils zu dritt, in einem Fall war einer der Angeklagten allein - beging. Die Spielzeugpistole hatten die jungen Täter gegen Gas- bzw. Schreckschusswaffen eingetauscht.

Dass schließlich eine Bank herhalten musste, erklärte einer der Angeklagten so: "Wir haben schon so viel gemacht und haben das Geld immer verloren (an den Automaten, Anm.) oder ein bisschen Schulden zurückgezahlt. Also haben wir beschlossen: Machen wir eine Bank, dort gibt's mehr Geld. Dann zahlen wir alle Schulden zurück und machen nie wieder was." Mit Masken ging ein Trio in die Bank, bekam einen hohen Geldbetrag und das Alarmpaket.

(apa/red)