"Mission 8 mal Gold" erfolgreich gestartet:
Schwimmer Phelps beginnt mit Weltrekord

Gewinner über 400 m Lagen mit 1,41 sek. Vorsprung Australierin Stephanie Rice erreicht neue Bestmarke

"Mission 8 mal Gold" erfolgreich gestartet:
Schwimmer Phelps beginnt mit Weltrekord

US-Superstar Michael Phelps hat im Pekinger "Water Cube" seine olympische Rekordjagd nach achtmal Gold erfolgreich aufgenommen. Der 23-Jährige gewann die erste Schwimm-Entscheidung bei diesen Spielen, er triumphierte über 400 m Lagen in 4:03,84 Minuten. Damit verbesserte er seinen exakt sechs Wochen alten Weltrekord um 1,41 Sekunden. Die Australierin Stephanie Rice blieb über diese Distanz als erste Athletin unter 4:30 Minuten.

Phelps bestimmte das Finale von Beginn an, sein als größter Rivale gehandelter Landsmann Ryan Lochte hielt aber bis zu Rennhälfte ausgezeichnet mit. Dann setzte sich jedoch der Favorit und Titelverteidiger ab und Lochte fiel in letztlich 4:08,09 noch hinter den mit der Europarekordmarke von 4:06,16 anschlagenden Laszlo Cseh zurück. Der Ungar drückte seine bei der Eindhoven-EM fixierte, bisherige Kontinental-Topmarke um gleich 3,43 Sekunden.

"Ich wollte 4:03 schwimmen, aber um ehrlich zu sein, ich habe mich nicht so gut gefühlt", meinte der erleichterte Phelps nach dem Rennen. "Nachher aber habe ich aufgeschaut und gesehen, dass Präsident Bush den Daumen nach oben und die US-Flagge hoch gehalten hat. Das war ziemlich cool." Es war zu sehen, dass vom programmierten Topstar dieser Spiele einiges an Druck abfiel: "Ich bin aufgeregt. Das war wirklich ein guter Beginn für mich."

Letzter Antritt über 400 m Lagen
Phelps kündigte zudem indirekt an, künftig international über die lange Lagenstrecke nicht mehr antreten zu wollen. "Ich habe Bob (Anm.: Sein Trainer Bob Bowman) gesagt, dass das meine letzten 400 m Lagen sein würden. Also musste ich da raus gehen und eine gute Zeit schwimmen. Und das war eine gute Zeit." Mit insgesamt sieben Gold und zwei Bronze schob sich Phelps im ewigen Erfolgsranking bei Sommerspielen vom 20. auf den 15. Rang vor.

Cseh war mit seiner Leistung sehr zufrieden, Phelps war einfach nicht zu holen. "Das nächste Mal möchte ich ihn aber erwischen", meinte der 22-Jährige. "Ich habe gesehen, dass Ryan langsamer wurde. Also habe ich alles gegeben, um an ihm vorbeizugehen." Lochte gab zu, zu schnell angegangen zu sein. "Die Rückenlage hat mir ziemlich viel abverlangt", sagte er. Und zu seiner Vorbereitung auf das Finale: "Ich war in der Früh bei McDonald's."

Rice erstmals unter Schallmauer
Rice gewann in 4:29,45, auch Kirsty Coventry aus Simbabwe blieb in 4:29,89 erstmals unter der 4:30-Schallmauer. Die US-Amerikanerin Katie Hoff - in 4:31,12 bisher Weltrekordlerin - wurde in 4:31,71 Dritte. Rice: "Ich dachte, es wäre eine 4:31. Dass es eine 4:29 wurde, habe ich noch nicht realisiert." Auch Coventry konnte die Zeit nicht fassen. Und Hoff freute sich ebenso über Bronze, nachdem sie in Athen 2004 als 15-Jährige "untergegangen" war.

Premiere für Korea
In der dritten Individual-Entscheidung des Tages siegte Weltmeister Park Tae-hwan über 400 m Kraul in 3:41,86, womit ihm doch 1,78 Sekunden auf den überaus starken Weltrekord des zurückgetretenen Australiers Ian Thorpe fehlten. Der Dank des 18-Jährigen, des ersten Schwimm-Olympiasiegers aus Korea, ging an seine Eltern, sie hatten den Sieg ihres Sohns von den Rängen aus verfolgt. Zhang Lin holte Chinas erste Schwimm-Medaille bei den Heimspielen, Bronze ging mit Larsen Jensen an die USA.

Enttäuscht war Grant Hackett. Der Australier war in Athen Zweiter gewesen, wurde diesmal 1,06 hinter Jensens Bronze in 3:43,84 nur Sechster. "Das war nicht das, was ich mir vorgestellt habe", erklärte der 28-Jährige. "Es ist nicht meine Fitness, daran habe ich gearbeitet. Es ist die fehlende Geschwindigkeit". Hackett hat in Peking aber die Chance, mit einem Sieg über 1.500 m Kraul als erster männlicher Schwimmer über eine Strecke dreimal en suite Gold zu holen.

Niederlande verpasst eigene Bestmarke
Die niederländische Damen-Staffel über 4 x 100 m Kraul verfehlte in 3:33,76 Minuten ihren Welt- und Europarekord von der Eindhoven-EM im März um 14/100. Das kümmerte Inge Dekker, Ranomi Kromowidjojo, Femke Heemskerk und Marleen Veldhuis aber nicht viel, haben sie doch mit den USA und Australien die Schwimm-Nationen schlechthin auf die Plätze verwiesen. Den chinesischen Vorlauf-Schnellsten blieb nur Platz vier.

Während die fünftplatzierten Deutschen zu diesem Zeitpunkt insgesamt weiter noch ohne Peking-Medaille waren, stellte Dara Torres einen absoluten Schwimm-Rekord auf. Mit ihrer mit dem US-Team gewonnenen Silber-Medaille hat die 41-Jährige nun als bisher einzige Schwimmerin bei fünf Olympischen Spielen Podestplätze geholt, von 1984 bis 2008 insgesamt deren zehn. (apa/red)