Missbrauchsvorwürfe von

Polizei ermittelt gegen Ski-Trainer

Fall soll die Skiakademie in Schladming betreffen

Missbrauchsvorwürfe - Polizei ermittelt gegen Ski-Trainer © Bild: shutterstock

In Schladming gibt es einen aktuellen Missbrauchsvorwurf: Am 21. November soll ein Trainer der Skiakademie versucht haben, einen Schüler unsittlich zu berühren. Die Eltern haben Anzeige erstattet. Seitens der Landespolizeidirektion Steiermark wurden der APA Ermittlungen gegen den Trainer bestätigt, zuständig sei die Polizeiinspektion Schladming. Nähere Auskünfte gab es vorerst keine.

Von der Staatsanwaltschaft Leoben sei ein Erhebungsersuchen an die Polizei ergangen, hieß es auf den Online-Seiten von ORF Steiermark und "Kleine Zeitung". Von der Staatsanwaltschaft war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Vorwurf laute auf sexuellen Missbrauch und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses gegenüber Unmündigen, hieß es seitens der Landespolizeidirektion. Der Trainer soll suspendiert worden sein.

Die Skiakademie ist wie auch die Ski-NMS eine Ausbildungseinrichtung in Schladming. Das Skiakademie-Angebot umfasst eine Ski-Handelsschule, eine Ski-Handelsakademie sowie einen Maturalehrgang. Die Vorwürfe bezüglich verletzender Rituale ("Pastern") und körperlicher Übergriffe bezogen sich auf die Ski-NMS, sie sollen in den 1990ern geschehen sein.

Mehrere Notrufstellen für steirische Opfer

Nach dem Bekanntwerden angeblicher Übergriffe unter Schülern an der Skihauptschule bzw. dem Sportinternat in Schladming in den 1990er-Jahren hat Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) eine Notrufnummer einrichten lassen. Betroffene können sich laut dem Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter (ÖVP) auch an die Hotline von Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic wenden.

»Betroffene können sich anonym an die Stelle wenden, die Stelle hat keine Meldepflicht«

Schüler, die in steirischen Schulen bzw. Internaten gewaltsame Übergriffe erlebt haben, können laut dem Büro der steirischen Bildungslandesrätin Lackner unter der Notrufnummer des Gewaltschutzzentrums Steiermark (0316 77 41 99) Unterstützung, Beratung und Betreuung finden. "Betroffene können sich anonym an die Stelle wenden, die Stelle hat keine Meldepflicht", sagte der Sprecher der Landesrätin, Michael Samec. Opfer erhalten psychologische Betreuung und falls gewünscht auch juristische Beratung.

Dem Bürgermeister von Schladming hat wiederum die ehemalige steirischen Landeshauptfrau und Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic zugesagt, die Aufarbeitung von möglichen Missbrauchsfällen auch im Zusammenhang mit dem Schladminger Sportschulstandort zu unterstützen. Betroffene können sich demnach auch unter
waltraud.klasnic@opfer-schutz.at bzw. der Telefonnummer 0664 383 52 60 melden. In Schladming selbst wird es am kommenden Mittwoch (13. Dezember um 8.00 Uhr) in der Ski-NMS eine Informationsveranstaltung für Eltern und Schüler geben, kündigte der Bürgermeister gegenüber der APA an. Weiters sei eine Liste mit Rechtsanwälten in Schladming, Graz und Salzburg in Ausarbeitung, an die sich ehemalige Schüler, "die schlimme Erfahrungen machen mussten", wenden können.

Meldetelefon eingerichtet

Vonseiten des Bildungsministeriums wurde ein "Meldetelefon" unter der bundesweit kostenfreien Nummer 0800 205676 eingerichtet. Die Stelle nimmt auch unter (https://www.bmb.gv.at/schulen/service/meldetelefon.html) Meldungen von Personen, die im schulischen Umfeld von sexuelle Übergriffen und Missbrauchsfällen betroffen sind oder waren. Das Meldetelefon nimmt den Fall und Anliegen auf und führt sie einer weiteren Bearbeitung zu. Melden können sich Personen aus ihrem sozialen Umfeld der Betroffenen, hieß es vonseiten des Ministeriums. Die Weisung des Bildungsministerium nach einer Sachverhaltsdarstellung der Schulaufsicht, wie sie in der Vorwoche an die betroffenen Schulen in Tirol ergangen ist, wurde am Mittwoch auch auf den steirischen Schulstandort ausgedehnt.

»Wir nehmen die Thematik sehr ernst«

"Wir nehmen die Thematik sehr ernst", hieß es vonseiten des zuständigen Landesschulinspektors für NMS, Hermann Zoller. "Wenn es tatsächlich so war, dass Lehrer gezielt weggesehen haben, dann müssen natürlich Maßnahmen ergriffen werden. Dafür sind wir aber auch auf entsprechende Meldungen und Namensnennungen angewiesen", sagte Zoller.

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