Missbrauchsfall von

Schwerer Verdacht gegen Arzt

Ende der Ermittlungen "nicht abschätzbar": Zahl der betroffenen Eltern ist dreistellig!

Missbrauchsfall - Schwerer Verdacht gegen Arzt © Bild: Corbis

Im Fall eines Wiener Arztes mit Praxis im Salzkammergut, der unter Missbrauchsverdacht geraten ist, gestalten sich die Erhebungen umfangreich: "Wir wissen, wer bei den vom Mediziner veranstalteten Ferienlagern dabei war. Die Zahl der kontaktierten Eltern ist dreistellig", berichtete der Leiter des Landeskriminalamtes (LKA) Oberösterreich, Rudolf Keplinger. Ein Ende der Ermittlungen sei derzeit "noch nicht abschätzbar".

"Wir arbeiten uns derzeit von der Gegenwart in die Vergangenheit zurück", sagte Keplinger. Die Ermittlungen würden auch bis knapp vor dem Zeitpunkt einer juristischen Verjährung - laut Strafgesetzbuch bis zu 20 Jahre - zurückreichen. "Wir sind mittendrin und die Arbeit ist ziemlich umfangreich", erklärte der LKA-Chef.

Übergriff auf Buben
Der Arzt war Mitte Juni in Untersuchungshaft genommen worden. Er hatte offenbar als Privatperson in den vergangenen Jahren Ferienlager für Kinder veranstaltet. Dort soll ein Übergriff auf einen sieben-bis achtjährigen Buben passiert sein. Auf einer eigenen, mittlerweile gesperrten Website warb der 45-Jährige für die Aufenthalte in Österreich, Deutschland und Italien mit einem Abenteuer-Programm für Buben im Alter von fünf bis zwölf Jahren.

Kinderpornos sichergestellt
Bei Hausdurchsuchungen stellte die Polizei kinderpornografisches Beweismaterial sicher. Der Mediziner soll auch bei seinen angebotenen Lagern Fotos von den teilnehmenden Kindern angefertigt haben. In einem Internetforum meldete sich ein einige Tage nach der Festnahme ein Mann zu Wort, der angab, schon vor 19 Jahren von dem Verdächtigen in einem Ferienlager unsittlich berührt worden zu sein.