Missbrauch von

Angebliche Cosby-Opfer
verlangen Millionen-Fonds

Drei Frauen beschuldigen den ehemaligen TV-Star des sexuellen Missbrauchs

Drei weitere Frauen haben Missbrauchsvorwürfe gegen US-Fernsehstar Bill Cosby erhoben. Sie schilderten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Los Angeles, wie sie der heute 77-Jährige sexuell bedrängt und missbraucht habe. Mit dabei war Promi-Anwältin Gloria Allred. Die Berichte der Frauen reihen sich in eine ganze Flut von Anschuldigungen bis hin zur Vergewaltigung ein.

Allred forderte Cosby auf, von sich aus auf die Verjährungsfrist bei Vergewaltigungen zu verzichten und einen Prozess zuzulassen - oder einen Entschädigungsfonds von 100 Millionen Dollar (80 Millionen Euro) für seine potenziellen Opfer einzurichten. Die ihm vorgeworfenen Vergehen liegen drei oder vier Jahrzehnte zurück. Erst am Dienstag hatte eine Kalifornierin in Los Angeles eine Klage eingereicht, weil sie 1974 als 15-Jährige von dem TV-Star missbraucht worden sei.

© APA/EPA/MICHAEL NELSON Anwältin Gloria Allred mit drei angeblichen Cosby-Opfern

Anwältin Allred forderte Cosby auf, "diesen Albtraum zu beenden". Er solle auf die Verjährungsfrist verzichten, damit den Anschuldigungen vor Gericht nachgegangen werden könne. Dann könnten "ein Richter und eine Jury entscheiden, wem geglaubt werden sollte". Sie habe weder mit Cosby selbst noch mit seinen Anwälten vor ihrer Pressekonferenz über ihren Vorschlag gesprochen, sagte Allred.

Bill Cosby ist durch die Anschuldigungen zur unerwünschten Person geworden: Ein Auftritt bei der "Late Show" von David Letterman wurde abgesagt, der Fernsehsender NBC strich eine geplante Sitcom mit ihm, der Onlinevideodienst Netflix legte eine Sondersendung zum Geburtstag des Schauspielers auf Eis. Am Montag zog sich der 77-Jährige aus dem Verwaltungsrat der Temple-Universität in seiner Heimatstadt Philadelphia zurück, dem er 32 Jahre lange angehört hatte. Zu allem Überfluss soll seine Frau die Scheidung wollen.

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