Mirna Jukic schwimmt neuen Europarekord:
Österreicherin wird zur Favoritin bei Olympia

22-Jährige erste Österreicherin mit Langbahnrekord Tritt in Fußstapfen von Rogan und Podoprigora

Mirna Jukic schwimmt neuen Europarekord:
Österreicherin wird zur Favoritin bei Olympia © Bild: APA/Techt

Europameisterin Mirna Jukic hat bei den Österreichischen Schwimm-Staatsmeisterschaften in Schwechat einen neuen Europarekord über 200 m Brust fixiert und damit für einen bei diesen Titelkämpfen nicht für möglich gehaltenen Paukenschlag gesorgt. Unwiderstehlich zog die 22-Jährige im Alleingang dem Feld davon und verbesserte die bald acht Jahre alte bisherige Kontinental-Bestmarke um 13/100.

Die Ungarin Agnes Kovacs hatte die bisherige am 20. September 2000 bei ihrem Olympia-Sieg von Sydney mit 2:24,03 Minuten aufgestellt. Die Britin Kirsty Balfour und die Russin Julia Jefimowa waren in den vergangenen Jahren schon sehr knapp an diese Marke herangekommen - wie zuletzt auch Jukic. Die Wienerin hatte am 10. Juni beim Mare-Nostrum-Meeting in Barcelona in 2:24,20 angeschlagen, steigerte sich also nun um weitere 3/10 Sekunden.

"Ich werde noch ein paar Tage brauchen, bis ich das realisiere", meinte Jukic jubelnd, nachdem sie Minuten nach ihrem Rekordlauf aus dem Ausschwimm-Becken gestiegen war. "Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich jemals bei österreichischen Meisterschaften Europarekord schwimme." Mit der Konkurrenz der weltbesten Athletinnen ist Jukic bei Olympia noch eine weitere gehörige Steigerung zuzutrauen, sie ist nun absolute Medaillen-Kandidatin.

"Beinhart, mördermäßig, hammergeil"
Die SC-Austria-Wien-Athletin konnte sich ihre Leistung nur mit der perfekten Vorbereitung erklären. "Wir haben beinhart, mördermäßig und hammergeil gearbeitet", sagte die Studentin. "Mein Vater (Anm.: Trainer Zeljko Jukic) weiß genau, was er macht. Und daher werde ich bei Olympia meine beste Form haben, nicht bei den Staatsmeisterschaften." Das klingt schon fast wie eine Drohung gegenüber den Gegnerinnen um die Olympia-Medaillen.

Für den Endlauf der nationalen Titelkämpfe hatte der Coach seiner Tochter lediglich vorgegeben, auf gut ausgeführte Armzüge zu achten. "Ich habe gedacht, gib einfach dein Bestes", erläuterte die WM-Dritte von Montreal 2005. "Nach 100 m habe ich dann auf der Tafel die 1:09 gesehen. Da habe ich gedacht: 'Wahnsinn, bist du schnell! Nur nicht absaufen - schwimm', schwimm', schwimm'."

Vater bleibt gelassen
Mirna Jukic hat als insgesamt dritte OSV-Athletin im modernen Schwimmsport einen Europarekord fixiert, allerdings als Erste auf der Langbahn. Davor war das Maxim Podoprigora ebenfalls über 200 m Brust und Markus Rogan mehrfach über 200 m Rücken jeweils auf der Kurzbahn gelungen. Rogan ist ja derzeit auch aktueller Weltrekordler über die lange Rückendistanz.

Vater Zeljko blieb selbst angesichts dieses Coups relativ gelassen. "Ich habe gewusst, dass sie diese Zeit schwimmen kann. Ich dachte aber eher an Olympia, nicht an die Staatsmeisterschaften. Trotzdem, es ist alles auf Olympia ausgerichtet." Bruder Dinko Jukic, erst 19-jährig und vermutlich selbst noch mit dem einen oder anderen Europarekord vor sich, hatte nur ein Wort für die Leistung seiner Schwester: "Wahnsinn!"

(apa/red)